Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 282)
- Language
- German, English, Hebrew
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ZuchowieckL O. Grünbaum 279 Gebiete sich bewährt haben, die Sache zu erleichtern. Ich beantrage zu beschließen, daß wir alle jene Juden, die schon auf dem Boden sitzen und jüdische Arbeiter beschäftigen und infolge Geldmangels ihre Wirtschaften nicht entwickeln können, mit Darlehen aus den Geldern des Keren Hajessod unterstützen. Für alle die Juden dieser Art, die Bankdarlehen benötigen, müssen wir die Nationale Bank schaffen. Die Zionistische Exekutive muß die Sorge um die Lebensquelic der Landwirtschaft in ihre Hand nehmen und sich mit allen Mitteln um dit Wasserbescbaffung kümmern. Sie darf sich nicht mit den bestehenden kleinen Gesellschaften begnügen. Wir müssen in jeden Ort gehen und dort Wasser gewinnen. Unser moralischer und tatsächlicher Einfluß wird gestärkt werden, wenn in unserer Hand die nationale Kontrolle über alles liegt, was wir der zionistischen Leitung anvertrauen können, und wenn wir es dem Einfluß der nationalen Interessen unterwerfen (Starker Beifall). DR. OSKAR GRÜNBAUM (Weltverb. AI lg. Zioit., Oesterreich — spricht deutsch): Zu den verschiedenen Kritiken, die an dieser Exekutive geübt wurden, möchte ich noch einiges vom Standpunkte der österreichischen Zionisten hinzufügen. Vor allem möchte ich einige Worte über die Frage der Organisationsreform sagen. Auf dem iS. Zionistenkongreß hat uns Herr Locker einen Reformplan vorgelegt, der die Einführung eines XLerritorialverbandes bezweckte. Alle Aligemeinen Zionisten haben sich gegen diesen Plan ausgesprochen, der unserer Ansicht nach nichts anderes bezweckte, als die Zertrümmerung der Landesverbände. Ich weiß nicht, wie der neue Plan aussehen wird, den Herr Locker vorlegen wird, aber nach allem, was man hört, steht zu befürchten, daß es derselbe Plan sein wird. Ich möchte davor warnen, den Territorial verband zu einer allgemein-verbindlichen zionistischen Institution zu machen. Vielleicht ist er in einigen Ländern mit einer kleinen Zahl von Zionisten eine Notwendigkeit, in anderen Ländern aber würde er sicherlich zur Zersplitterung der Organisation führen. Wir haben in Oesterreich bewiesen, daß man eine immerhin bedeutende Organisation aufbauen kann, auch wenn sie nur aus Menschen besteht, die eine einheitliche Ideologie haben. Ich sehe nicht ein, warum dieses Beispiel bei anderen Gruppen keine Nachahmung finden soll. Ich kann schon heute erklären, daß wir uns mit aller Macht gegen den Territorialverbarid wehren werden, der uns zwingen soll, das von uns Aufgebaute in Gefahr zu bringen. Wir werden uns dagegen wehren, selbst auf die Gefahr hin, in deö illegalen Status zu geraten, in dem sich der Haschomer Hazair zwölf Jahre hindurch befunden hat — wir würden nur wünschen, in diesem Status von der Exekutive ebenso verhätschelt zu werden, wie der Haschomer Hazair. Eine andere Frage: aus dem Referate unseres Präsidenten Sokolow habe ich mit einer gewissen Genugtuung ersehen, daß sich die Exekutive Oesterreichs erinnert und von der einst blühenden. Gemeinde Wien gesprochen hat, in der jetzt bittere Not herrscht. Wie aber sehen die Taten der Exekutive in dieser Hinsicht aus? Mich erinnert Ihr