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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 276

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 276 (sequence 279)
Language
German, English, Hebrew
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276 9. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte kämpfen soll. Ich habe kein Recht, als Verteidiger der Interessen der Arbeiter aufzutreten, da ich für diese Aufgabe nicht geeignet bin. Dasselbe gilt aber auch von den Kollegen der Gruppe ß. Es gibt unter ihnen solche, die den Arbeiter verstehen und seinen < Forderungen zustimmen, aber sie können nicht als Verteidiger der Interessen der Arbeiter auftreten, das muß man den Arbeitern selbst überlassen. Wir können aVc berechtigten Forderungen der Arbeiter unterstützen, wir sollen ihn zur Mitarbeit auf allen wirtschaftlichen und nationalen Gebieten heranziehen, aber man darf keinen Versuch machen, sich in die wirtschaftlichen Lebensbedürfnisse der Arbeiter zu mischen. Solche Versuche wurden schon in bezug auf den Hapoel Hamisrachi gemacht. Es ist aber immer dazu gekommen, daß diese Arbeiter sich mit den anderen vereinigt haben. (Beifall). Ich will kein Blut vergießen, ich will keinen Klassenkampf, es ist aber Tatsache — ob wir es wollen oder nicht, — daß es Klassen gibt, und diese Tatsache wird nicht durch Reden oder Deklarationen aufgehoben werden können. Es gab Klassenintercssen, es gibt solche und es wird solche noch Hunderte von Jahren geben. Ich erkläre ferner, wie meine Freunde, daß ich kein Sozialist bin. Ich kann aber den Sozialismus nicht geringschätzen. Ich glaube nicht an den Sozialismus, aber ich betrachte ihn als einen idealen Traum. An das Privatkapital glaube ich, aber ich betrachte es als die Verwirklichung des Egoismus. Auch Dr. ßogratschow wird zugeben, daß die kapitalistische Ordnung nicht auf Ehrlichkeit und Gerechtigkeit gegründet ist, Ich kann daher nicht für eine besondere Ideologie des Privatkapitals eintreten. Ich erkenne die Kraft der Privatinitiative an. Aber Privatinitiative ist nicht ausschließlich mit Privatkapital zu verwechseln. Es gibt auch Privatinitiative ohne Kapital, nur durch Arbeit. Unter Privatinitiative verstehe ich die Uebernahme von persönlicher Verantwortung für eine gewisse Tätigkeit. Menschen sind auf eigene Verantwortung in den Emek Chefer ohne Mittel gegangen und haben sich dadurch den größten Gefahren ausgesetzt — ist das nicht Privatinitiative? Hier liegt der Unterschied zwischen uns und Euch. Die Wcltvereinigung der Allgemeinen Zionisten will keine neuen Scheidewände aufrichten. Wir müssen uns, umgekehrt, um eine Beseitigung der vorhandenen Scheidewände, um Einheit, bemühen. Nun einige Worte über die Landivirtscbaft. Vielleicht wundert sich mancher, daß ich über die Landwirtschaft nur einige Worte sagen will. Nach dem umfassenden Referat Dr. Ruppins und den Ausführungen, die wir zu dem gleichen Kapitel von anderen Sachkennern gehört haben, ist das tatsächlich möglich. Unser Freund und Kollege Dr. Ruppin sprach hauptsächlich über die Landwirtschaft im Emek und sagte, daß einmal alle den Orangenbau in Judäa beneidet hätten. Man bekam den Eindruck, als ob er gegen den Orangenbau wäre. Ich bin sicher, daß er einen solchen Eindruck nicht hervorrufen wollte. Trotzdem war er vorhanden, und er darf nicht bestehen bleiben. Ich bin der letzte, der die Bedeutung und Notwendigkeit der Landwirtschaft des Emek nicht anerkennen würde. Sie ist die eigentliche

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