Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 275)
- Language
- German, English, Hebrew
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272 9. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte und die Internationale singt. Einer unserer besten Zionisten, Ussischkin, dem Sie so zujubelten, als er — mit Recht — gegen die Spekulanten sprach, hat gesagt, daß er bei aller Anerkennung für die jungen Leute, die Palästina bauen, an keiner ihrer Versammlungen teilnehmen kann, weil ihn die rote Fahne an den Haß gegen das jüdische Volk in der Galuth erinnert. (Zwischenruf CHAIM SCHURER: Das erinnert an den Haß gegen Israel?) Schaltet die Parteilichkeit aus der Erziehung aus! Gebt uns eine einheitliche hebräische Erziehung, eine Fahne, ein; Hymne, dann werden wir zusammen mit Euch das gemeinsame Vaterland bauen (Lebhafter Beifall rechts). LEVI SZKOLNIK (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Vielen von Innen ging es vor der Reise zum Kongreß sicher ebenso wie mir die Wähler verabschieden sich von den Delegierten und wünschen Ihnen Erfolg. Ich dachte mir dabei: Was denkt dieser Wähler? Was wünscht er? Was erwartet er vom Kongreß? Jetzt, nach einem ganzen Tag Generaldebatte, nach den Reden der Opposition, von der der eine Teil noch als loyale Opposition erscheinen will, während de andere das nicht mehr nötig hat, sage ich mir: Wenn man uns einer: erfolgreichen Kongreß wünscht, muß es doch neben all den Wünschen dieser oder jener Fraktion eine zentrale Forderung geben, die alle Wähler, diese Million Schekelzahler, vereinigt! Was wollen sie wirk lieh? Zu welchem Zweck haben sie Delegierte zum Kongreß entsandt: Die Million Schekelzahler will die Ausdehnung unseres Aufbauwerkes, die Erweiterung der Aufnahmefähigkeit Palästinas, die Vergrößerung des Bodenbesitzes, die Aufnahme Zehntausender von Arbeitern und Einwanderern. Da frage ich mich nun: Was hat uns die Opposition von gestern bis heute gesagt? Was sagte sie zu diesem Hauptproblem des Kongresses? Und was wird sie ihren Wählern, der Million Schekel Zahler, sagen? Wir hörten das Referat von Dr. Ruppin über 25 Jahre der Arbeit durch Kolonisation, Eroberung, Errichtung einer arbeitenden jüdischen Wirtschaft, die viel durchgemacht hat, bis sie den rechten Weg fand. Wir hörten auch die Worte Ussischkins zur Bodenfrage, wohin wir gekommen sind. Und was warf die Opposition der Exekutive vor? Sie habe das Privatkapital nicht beherrscht, sie habe die jüdische Arbeit in den Kolonien nicht verwurzelt. Ich möchte jedoch die Oppo sition daran erinnern, daß sie zwei Jahre lang eine Sabotage der natio* nalen Fonds durchgeführt hat. Wenn eine Exekutive herrschen soll, muß sie Mittel haben. Es ist kein Geheimnis, daß die Opposition in diesen zwei Jahren sich in der Hoffnung wiegte, diese Exekutive auszuhungern. Eine solche Opposition, die mit solchen Forderungen kommt, muß dem Kongreß Rechenschaft geben, muß sagen, wie ihrer Meinung nach Erez Israel in der Zukunft gebaut werden soll, wie wir die Grenzen erweitern und Zehntauscndc neuer Einwanderer aufnehmen können. 25 Jahre Kolonisationsarbeit — das ist der erste Abschnitt, vielleicht die erste Seite unseres Werkes. Stolz können wir sagen: wir gehen den richtigen Weg. Aber es ist erst der Anfang des Weges. Ich frage den Kongreß und die Delegierten, die Hunderte von Delegierten,