Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 274)
- Language
- German, English, Hebrew
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Bogratschoiv 27! Freunde von links anerkennen würden, daß die Zeit gekommen ist, die Massen des jüdischen Volkes um die zionistische Fahne zu sammeln, dann müßten sie fordern, daß die Allgemeinen Zionisten sich organisieren und die jüdischen Massen um sich scharen. Was können wir im Namen der jüdischen Massen verlangen? Gleichberechtigung, sagen wir: Fifty- Fifty! Auf dem Gebiete der Einwanderung besteht bereits, vielleicht dank Herrn Grünbaum, eine solche Tendenz. Er hat zugegeben, daß fünfzig Prozent der Arbeiterzertifikate den organisierten Arbeitern zugeteilt werden sollen. Aber man muß auch den nichtorganisierten Arbeitern die Möglichkeit der Einwanderung geben. Dasselbe Prinzip ist auch in der Kolonisation durchzuführen. Es gab eine Zeit, wo es vielleicht richtig war, bei der Kolonisation das System der Auswahl der organisierten Kräfte für das Aufbauwerk in Anwendung zu bringen. Jetzt aber haben wir Massen, und wenn wir wollen, daß diese auf den K.K.L. und den K.H. nicht wie auf eine Wohltätigkeitseinrichtung blicken, sondern als auf ihre Grundlage, dann müssen wir jedem Juden für sich und seine Kinder die Aussicht eröffnen, auf K.K.L.- ßoden zu siedeln und vom Budget seinen Teil zu bekommen. Dann werden die Juden auch einen Teil ihres Besitzes für den Aufbau Palästinas geben. Wir fordern gleiche Rechte für den unorganisierten wie für den organisierten Teil des Volkes. Wir sind für die jüdische Arbeit, ich weiß aber nicht, ob wir dafür genug getan haben. Die Gelder der zionistischen Fonds und Banken dürfen nur solchen Leuten gegeben werden, die, ob Bauer oder Industrielle, den Aufbau des Landes tragen, die nur jüdische Arbeiter beschäftigen (Beifall). In Palästina gibt es 80.000 jüdische Arbeiter. Bei den Arabern finden sie keine Beschäftigung, nur bei den Juden. Ich schlage vor, daß durch Kongreßbeschluß festgesetzt wird, daß alle Fonds nur für solche Arbeitgeber verwendet werden, die jüdische Arbeiter beschäftigen (Lebhafter Beifall). Ein Wort zur Erziehwigsfmge. Ich bin Lehrer. Mein ganzes Leben liabe ich der Erziehung gewidmet und war bemüht, die Kinder so zu erziehen, daß sie dem Aufbau des Landes dienen, ohne sich für irgend eine Richtung zu entscheiden. Jetzt besteht in Palästina die großa Gefahr, daß die Erziehung parteiisch wird. Wenn Sie wünschen, daß sich die jüdischen Massen um uns scharen, dann fordere ich von Ihnen zwar nicht die Beobachtung des alten, wohl aber die des neuen, unseres Schulchan Aruch, der von uns verlangt: „Eine Fahne, eine Nationalhymne!44 Wer ihrer zwei verlangt, dem wird es nicht gelingen, die jüdischen Massen um seine Fahne zu sammeln (Lebhafter Beifall bei dem Weltverband Allgemeiner Zionisten und der Judenstaatspartei). Zur Frage der Arbeiterorganisation. Ich bin für eine einzige Arbeiterorganisation. Wenn zwei existieren, muß eine die andere zerstören. Aber wenn zu mir junge Allgemeine Zionisten kommen und sagen, daß sie der Histadruth nicht angehören können, weil sie nicht unter der roten Fahne marschieren und nicht beim Singen der Internationale aufstehen wollen, weil sie das an Rußland erinnert, so kann ich sie nicht dazu zwingen, in die Histadruth einzutreten, die die rote Fahne entfaltet