Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 269)
- Language
- German, English, Hebrew
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266 g. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Revisionismus aus der jüdischen Gasse noch nicht vertrieben. Die Bewegung, die das jüdische Nationalheim auf einem Sumpf von Bkit und Knechtschaft errichten wollte und will, geht noch in der jüdischen Gasse um, noch ist der Revisionismus bereit, alles niederzutreten, was uns teuer ist. Wir führen mit dieser Bewegung einen Kampf ohne Kompromiß. (Zwischenruf MEIR GROSSMANN: Und was ist in Sowjet-Rußland?) Sie hatten oft genug Gelegenheit, meine Meinung hierüber zu hören. (Zwischenruf BARUCH WEINSTEIN: Ich habe Ihren Aufruf zum i. Mai gelesen; dort heißt es: Es lebe Sowjet- Rußland!) Dieser Aufruf gereicht uns zur Ehre. 5. Kampf um die Demokratisierung der Institutionen des jüdischen Jischuw im Lande. Der Hasehomer liazair hat sich dagegen gewandt und wendet sich dagegen, daß die zionistische Bewegung sich in den Klassenkampf in Erez Israel einmischt. Wir haben uns dagegen gewanck aus Sorge um die zionistische Bewegung, aus dem Willen heraus, ihre Ganzheit und Einheit zu wahren. Wir haben uns dagegen gewandt, daß die zionistische Bewegung sich in einen unabwendbaren Kampf einmischt, der eine Angelegenheit des Jischuw ist. Aber wenn man schon so viel übernationale Arbitrage spricht, gegen die wir ankämpfen, wHiMim tfdn Ihr nMu dte Pm;o1e uu*, tltil) m\\\ im* Ute Suirkuntf duidemokratischen Grundlagen in Palästina kämpfen muß? Ihr wollt nicht nationale Arbitrage, Ihr wollt Eure Arbitrage, Ihr wollt Eure Herrschaft über den Arbeiter in Erez Israel (Beifall links). Ihr werdet sie nie erreichen. 6. Meinungs- und Gewissensfreiheit in der zionistischen Beivegung. Ich erschrak, als ich die Erklärung des Misrachi hörte, nicht etwa, weil er religiöse Forderungen stellte, nicht deshalb, weil der Misrachi darauf hingewiesen hat, daß er nur einen Weg für den Aufbau des Landes will, den Weg, der auf der religiösen Tradition beruht 1 — das ist das volle Recht des Misrachi, hier und in Palästina; er hat das volle Recht, dafür zu kämpfen. Aber daß Ihr uns, fast den ganzen Jischuw, der Zuchtlosigkeit, der Verdorbenheit beschuldigt, uns, die wir viele Jahre in Erez Israel sitzen, uns, die wir dieses zionistische Werk gebaut haben, — woher nehmt Ihr diese Dreistigkeit, wer hat Euch dieses Recht gegeben? Wisset — es gibt eine Generation in Erez Israel, die nicht religiös ist und die nicht dulden wird, daß man ihr religiöse Fesseln anlegt, und damit müßt Ihr Euch abfinden, Ihr habt keine andere Wahl. So ist einmal das jüdische Volk, es gibt kein anderes (Händeklatschen links). Das zionistische Werk kann nur auf der Grundlage gegenseitiger Toleranz aufgebaut werden, nur auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses. Verlanget aber nicht nur von uns Verständnis für Euch, seid vorsichtig mit Euren Worten! Auch wir haben Wahrheit und Glauben ujid werden nicht gestattet, daß Ihr unsere Wahrheit mit Füßen tretet. Wir sind Juden mit gleichen Rechten (Beifall links). Nur auf diesem Wege, nur wenn wir die fortschrittliche Front bilden, die ich erhoffe, die den größten Teil der jüdischen Massen umfassen kann, nur wenn wir sie auf diesen Grundlagen bilden, bin ich