Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 262)
- Language
- German, English, Hebrew
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Suprasky 259 wissen aber auch, welche Schwierigkeiten man den Illegalen macht. Wir wissen, wie die Regierung vorgeht, wie sie Rinder in Gefängnisse einsperrt, wie sie Eltern von ihren Kindern trennt — und das tut eine Regierung, die mit uns im Verhältnis der Bundesgenossenschaft steht! Und ich muß betonen, daß von sehen der Exekutive, von seiten der entsprechenden Institutionen sehr wenig geschehen ist, um diese brutale Behandlung zu ändern, die sich gegen jeden illegal ins Land kommenden Juden richtet. Gleichzeitig aber strömen ins Land 50.000 Araber aus den benachbarten Ländern; die werden ganz anders behandelt und nur in Einzelfällen verfolgt. Ich glaube, daß es uns unter solchen Umständen unmöglich ist, über große Wirtschaftspläne zu sprechen und von einer Idylle zu reden. Wir müssen zwar in Kooperation mit der Regierung arbeiten, aber es besteht ein großer Unterschied zwischen loyaler Kooperation und einem parlamentarischen Spiel, wie es andere Völker, die unter der britischen Fahne leben, mitmachen. Aber nicht nur die Regierung ist schuld an dem abnormalen Zustande der Einwanderung. Auch unsere Verwaltung hat absolut nicht die richtige Einstellung zu einer Masseneinwanderung. Wir haben hier gehört, daß wir alle Schichten des Volkes nach Palästina bringen wollen, aber — es stimmt nicht. Ich habe vor mir ein Memorandum des Industriellenverbandes in Palästina, dem man hier zubilligte, daß er einen beträchtlichen Prozentsatz der Arbeiter in Palästina beschäftigt, und in diesem Memorandum beklagt man sich, daß die Exekutive zwar theoretisch das Prinzip der Einwanderung von Vacharbeitern anerkennt, aber nicht die notwendigen Konsequenzen daraus zieht. Der Industriellenverband vertritt den Standpunkt, daß nur er kompetent ist für die Wahl der Facharbeiter. Aber nicht nur mit Bezug auf die Industriellen besteht diese Ungerechtigkeit, sondern mit Bezug auf viele andere Kreise. Für die Verwandten-Einwanderung liegen 17.000 Gesuche vor. Es werden lausende von Empfehlungen ins Ausland gesandt, aber die Erledigung geht schleppend vor sich, selbst die an unsere Palästina-Aemter versandten Empfehlungen werden nicht gerecht behandelt, und — ich betone das als Mitglied der Alijah-Kommission der Jewish Agency — in unseren Sitzungen habe ich immer wieder eine gleiche Behandlung der Verwandten verlangt, die nach Palästina kommen. Dennoch sehen wir, daß es Verwandte gibt, die eine Empfehlung bereits nach einigen Monaten bekommen, und andere, die jahrelang darauf warten. Wir befinden uns hier in einer gehobenen Stimmung, wir haben ein großes Programm, wir werden aber diese Pläne nicht verwirklichen können, wenn nicht grundsätzliche Neuerungen in der Führung der Geschäfte im Lande und im Jischuw vor sich gehen. Die Landwirtschaft ist nicht das einzige, was wichtig ist. Auch Tozereth Haarcz hat seine Bedeutung, wird jedoch von einem großen, wichtigen Teile der Juden vernachlässigt. Wie soll die Industrie Palästinas größer und stärker werden, wie kann die Alijah größer werden, wenn die Arbeitslöhne in der Industrie in kurzer Zeit um 40 Prozent steigen, 17»