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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 256

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 256 (sequence 259)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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8. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte auch der Mensch mithelfen. In unserm Falle hat die Zeit viel getan. Es ist unpolitisch, einander hier auf der Tribüne vorzurechnen, wer in dem Streit der letzten fünf oder sechs Jahre gesiegt und wer nachgegeben hat. Es ist besser, zu vergessen, wer A und wer B gesagt haf, und besser, sich zu erinnern, daß A und B nötig sind, damit ein Alphabet zustande komme (Heiterkeit). Wir hörten gestern Ben-Gurion, und wir dürfen nicht die Frage stellen, ob er sich geändert hat oder ob wir gesiegt haben. Das macht keinen Unterschied. Die Hauptsache ist, daß er in einem Ton gesprochen hat, mit dem wir zufrieden sein können. Wir alle vertreten jetzt einen maximalen Zionismus, und wir müssen betonen, was uns vereinigt, uns freuen, daß alle eine Sprache reden. Das beweist^ daß man Teilung und Spaltung vermeiden kann. Wir haben die Rede von Ben-Gurion begrüßt, weil es auch für uns klar ist, daß die Politik mit England nur im Zeichen der Freundschaft mit England und im Bewußtsein geführt werden kann, daß wir keine Wahl haben, daß wir mit England arbeiten, aber zugleich auf unserm Recht und unsent Forderungen bestehen müssen. Das Unglück der letzten zwei Jahre ist so schnell über uns gekommen, daß wir noch nicht verstanden, es für unsern Aufbau auszunutzen. Es wäre das größte Verbrechen gegen den Sinn unserer Geschichte, wenn wir die Zeichen der Zeit nicht verstehen. Man hat uns Schwarzseher genannt, aber wir waren sehend gewesen, da wir wußten, daß etwas derartiges kommen wird und daß das jüdische Leben in der Galuth katastrophal ist. Jetzt ist die Katastrophe da, und wir müssen sie für den Aufbau von Erca Israel ausnutzen. Wir haben das Recht, große Forderungen an England zu stellen, weil das, was es tat, unsere Lage in "der Welt verschlimmert hat. Wir haben ein Recht, zu verlangen, daß wir in unser Land, dessen Mandatarmacht England ist, freien Eintritt erhalten, und zwar auf beiden Seiten des Jordans (Beifall bei der Judenstaatspartei), daß wir offene üore für unsere Einwanderung bekommen. Diese Forderung wird offene Ohren finden, wenn die Zionisten sich in dieser Frage vereinigen. Aber noch viel größere Aufgaben können erreicht werden. Statt von der Vergangenheit zu reden, sollten wir lieber von der Zukunft reden. Wenn wir eine Koalition aller Elemente bilden, dann haben wir neue große Möglichkeiten in Erez Israel und in der Diaspora. Wenn aber die Kräfte sich nicht wenigstens für die nächsten zwei bis vier Jahre vereinigen, dann wird es das größte Verbrechen sein. Unser Verstand, unsere Liebe zum Volk muß uns dahin führen, daß wir uns über alle kleinen Unterschiede hinweg vereinigen. Ein Programm wie das von Ben-Gurion ist nötig. Wir müssen 200.000 Juden aus Deutschland nach Erez Israel bringen, doch müssen wir sie so hinbringen, daß es statt eines Gerusch, einer Vertreibung,, eine Alijah wird. Die Juden müssen aufrechten Hauptes kommen und wissen, daß jemand da ist, der sie aufnimmt. Auch in Deutschland soll man wissen, daß wir eine Tribüne und ein Parlament haben und Verhandlungen führen wie eine Regierung mit der andern. Ich bin

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