Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 258)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rubascbojv, Mossinson, Goldberg 255 bösen Wind weggefegt. Die türkische Regierung hatte sich in kurzer Zeit an den jüdischen Steuern bereichert, sie verpachtete die Steuereinnahmen an Satrapen und hatte nicht den Verstand, das Huhn zu ernähren, das die goldenen Eier legte. Auch heute haben wir die Masseneinwanderung und die Anfänge eines Kulturzentrums, aber auch heute haben wir den Levante-Handel von Tel Aviv und die Bereicherung der Regierung an den jüdischen Steuern. Dies wird in unserer Palästinapolitik nicht genügend unterstrichen. Zusammen mit der Schaffung menschlicher Gesinnung, gegenseitiger Achtung und Belehrung, zusammen mit der Durchsetzung sozialistischer Prinzipien, die grundlegend sind für den Aufbau eines jüdischen Erez Israel, zusammen mit dem ununterbrochenen politischen Kampf für die Ausgestaltung und Vergrößerung unserer menschlichen und jüdischen nationalen Rechte, werden wir die gemeinsame Sprache zwischen der Arbeiterschaft und allen fortschrittlichen und gesunden zionistischen Elementen finden, die uns zur Einheit und Geschlossenheit in Erez Israel führen wird. Wir sind glücklich, daß hier Vertreter einer Million jüdischer Wähler sitzen. Noch nie in der neueren jüdischen Geschichte gab es eine solche Zusammenkunft. Alle Länder, alle Sprachen, alle Farben, alle Klassen, die wir haben, sind hier vertreten. In diesem Moment darf man aber nicht vergessen, daß ein großer Teil unseres Volkes, groß a.i Zahl, noch größer an Tradition und Verdiensten, auf diesem Kongreß fehlt. Hinter hohen Mauern lebt in Rußland eine stumme jüdische Welt mit einer großen Zahl von Zionisten und Menschen mit jüdischer Potenz. Wir strecken unsere Hände in brüderlicher Hilfsbereitschaft und Solidarität unsern Brüdern in dem großen russischen Reiche entgegen. Wir müssen die politische Gelegenheit suchen, in brüderlichen, unmittelbaren Verkehr mit ihnen zu treten, die Möglichkeit finden, daß die Kinder, die von des Vaters Tisch weggerissen wurden, hier ihren Platz finden und ebenso später in einem freien, sozial-gerechten, menschlich schönen und jüdisch freien Erez Israel (Stürmischer Beifall). VORS. VIZEPRÄS. DR. B. MOSSINSON: Namens des Kongreßpräsidiums ersuche ich die Fraktionen, je zwei Vertreter für den zu wählenden Nominationsausschuß zu benennen. ABRAHAM GOLDBERG (W eltverein. Allg. Zion., Amerika — spricht jüdisch): Es freut mich ungemein, daß ich auf dem heutigen Kongreß, obwohl ich der Gruppe A angehöre, doch in diesem Moment alle amerikanischen Delegierten vertrete. Das ist etwas Neues in den letzten sechs Jahren. Auch wir haben eine gewisse Zersplitterung durchgemacht, und wenn auf den frühern Kongressen ein Redner aus Amerika sprach, stellte man ihm einen zweiten an die Seite, damit die wahren Verhältnisse im Zionismus Amerikas nicht verwischt werden. Heute, Gott sei Dank, wird ein Redner im Namen unserer ganzen Delegation sprechen. Das kann uns viel lehren. Es beweist, daß, wenn der gute Wille, sich zu verständigen, vorhanden ist, eine Verständigung erreicht werden kann. Sehr viel tut die Zeit, aber außer der Zeit muß