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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 254

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 254 (sequence 257)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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251 5. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte werden, die an Sodom erinnern? Zusammen mit der Bodenspekulation muß auch mjit der Wurzel jene Tendenz ausgerissen werden, die dem jüdischen Arbeiter sein Recht und seine Ehre zu nehmen versucht. Wer solches will, dessen Name sei ausgelöscht im Gedächtnis der zionistischen Welt! Wenn jüdische Arbeit in Erez Israel herrschen soll, dann darf die Arbeiterschaft nicht ein Objekt sein, über das sich jeder Wahlspekulant lustig machen kann. Die geschlossene Einheit der ganzen Arbeiterwelt ohne Unterschied der Partei und Richtung, ist die Grundlage des zionistischen Aufbaus von Erez Israel. Das sind die drei Grundprinzipien: Gleiches Recht jedes Juden auf Teilnahme am Aufbau ohne jede Diskriminierung, jüdische Arbeit im ganzen jüdischen Aufbau, organisiert und zusammengeschlossen als selbständige freie Kraft, und zugleich damit Kampf für jüdischen Boden, Kampf gegen Spekulation, der dazu führen soll, daß der Keren Kayemeth wisse, wo und wann Boden von einem Juden an den zweiten auf dem Schacherweg verkauft wird. Das ist eine Schändung der Geulath Haarez, und der K.K.L. hat seine Aufgabe nicht erfüllt, solange diese Spekulantenländereien nicht in seinen Besitz übergegangen sind. Gewiß, Boden muß gekauft werden, aber nur, wenn auf ihm Arbeit und jüdische Arbeit garantiert ist! Dieser Grundsatz soll von hier über die ganze jüdische Welt getragen werden, dadurch wird der Keren Kayemeth neuen Glanz in der jüdischen Welt bekommen. Man vergleicht unsere Zeit oft mit der Zeit von Esra und Nehemia, oder sogar des Auszuges aus Aegypten. Ich muß gestehen, daß ich zu meinem tiefen Bedauern selbst in diesen großen Freudenstunden diese Analogie nicht sehen kann, dafür aber eine andere, die mich nicht losläßt. Heute durchleben wir die große Vertreibung der Juden aus Mittel- und Ost** europa. Ich will die optimistische Stimmung nicht stören, aber Sie sollten wissen, daß es eine Zeit gab, wo Juden nach Erez Israel nicht aus Mittel- und Osteuropa, sondern aus Südeuropa kamen. Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal begann eine Masseneinwanderung nach Palästina, die im Verhältnis zu der damaligen Zahl der Juden, die heutige überstieg. Und welch' merkwürdige und erschreckende Analogie! Auch damals entwickelte sich ein kulturelles Zentrum. Ich möchte unserer neuen Kultur in Palästina, der hebräischen Sprache, unserem Verhältnis zur Natur und Arbeit, unserem Suchen nach gerechten Lebensformen, all dem, was unsere neue Erez- Israel-Kultur darstellt —, ich möchte ihm wünschen, es möge sich so über die ganze Galuth verbreiten, wie sich damals Kabbala und Schulchan Aruch über die ganze jüdische Welt ausbreiteten. Aber jene Zeit hatte auch eine zweite Seite, die uns heute ebenfalls vertraut vorkommt: es begann ein blühender Levante-Handel, man fand sich mit Venedig und Livorno. Und an die heutige Zeit erinnert uns auch jener Kern von Fäulnis, der die Analogie so bitter macht. Die damalige große Einwanderung ließ sich nicht auf dem Lande nieder. Es gab zwar kleine Anfänge, die aber die Trostlosigkeit des Bildes nur noch vertieften. Alles ging in Stadt und Handel und alles wurde von dem ersten

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