Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 252)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schipper. Schmorak unserer Organisation. Die Organisationspolitik der Exekutive halten wir geradezu für gefährlich. Der spätere Historiker wird einmal die Entwicklung der letzten zwei Jahre durch zwei wichtige Tatsachen kennzeichnen. Erstens: wir hatten große Möglichkeiten auf allen Gebieten, aber wir haben diese Möglichkeiten nicht ausgenützt. Zweitens: die einheitliche zionistische Bewegung ist in dieser Periode zum ersten Mal gesprengt worden. Ich bin weit davon entfernt, die ausschließliche Schuld daran der Exekutive zuzuschieben. Aber wir glauben, daß ein großer Teil der Schuld jenen Parteien zuzuschreiben ist, welche die Exekutive in diesen zwei Jahren geführt haben. Was ist in der Außenpolitik geschehen? Die Vertreter der Exekutive betonen die Kooperation mit England. Auch wir sind Anhänger dieser Kooperation. Nicht darin liegt der Unterschied zwischen unserer und der Ansicht der Exekutive. Aber wir glauben, daß sich in der politischen Situation, im Zustand unserer politischen Rechte im Lande, mit Ausnahme der Alijah, die ja auch stark gedrosselt wurde, durchaus nichts zum bessern gewendet hat. Dabei müssen wir jedoch feststellen, daß sich in den letzten drei Jahren unser politisches Gewicht im Lande sehr gehoben hat. Wir müssen bedenken, daß sich auch in der englischen Politik die Auffassung durchgesetzt hat, daß im Gebiete des englischen Kolonialreiches das jüdische Narionalheim in Palästina eine sehr wichtige Position ausfüllt. Diese Umstände, weiter die Steigerung unserer Zahl, unsere größere wirtschaftliche Kraft, unser wachsendes spezifisches Gewicht sind in keiner Weise verwertet worden. Wir glauben, es wäre an der Zeit, daß die Exekutive energische Schritte unternimmt, um unser politisches Niveau in Ercz Israel zu heben. Die englische Mandatarmacht behauptet, sie müsse die Alijah drosseln, damit eine Krise im Lande vermieden werde. W7ir wissen nicht, ob eine Krise kommen wird, aber wenn eine solche kommen sollte, dann wird die Ursache nicht etwa in einer zu großen Alijah liegen, sondern vor allem darin, daß die Mandatarmacht nicht die politischen und wirtschaftspolitischen Bedingungen geschaffen hat, deren der Aufbau des Landes bedarf. Das Verhältnis der Mandatarmacht zu den Interessen unserer Industrie, zum Problem von Tozereth Haarez, zum Warendumping Japans, das Palästina mit Waren überschwemmt, ohne etwas von Palästina zu kaufen, all das kann die Ursache einer Krise werden. Und ich frage die Exekutive: was hat sie auf diesem Gebiete erreicht? Was hat sie getan, um die zionistische öffentliche Meinung wissen zu lassen, daß wir mit dieser Art der Politik der Mandatarmacht nicht zufrieden sind? Darum glaube ich behaupten zu können, daß die Bilanz der Exekutive auf diesem Gebiete nicht aktiv ist. Auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Kolonisation ist die Bilanz der Exekutive ebenfalls passiv. Denn es ist klar, daß wir auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Kolonisation nichts erreichen werden, wenn es nicht gelingt, eine harmonische Zusammenrheit zwischen PrivatkapitaX und nationalen Fonds zu erzielen. Die Exekutive hat sich freilich in eine Zwangslage hineinmanövriert und hat