Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 250)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schipper 247 dem Pathos dieses großen visionären Gedankens» dann werden wir die an sich unvermeidlichen lntcressenkonülikte im Zaun zu halten wissen. Das sind Momente, die wir vermeiden müssen. Doch damit ist es nicht getan. Wir müssen auch Instanzen schaffen, die auf der Wacht stehen, daß diese Gefahren nicht zu groß werden und nicht unsere Hauptaufgabe bedrohen. Daher hat dieser Kongreß die Aufgabe, die Exekutive zu beauftragen, daß sie endlich aus dem Arbeitsamt ein lebendiges Instrument macht, das sich nicht nur mit dem Bau von Arbeiterhäusern beschäftigen, sondern auch die Regelung von Konflikten zwischen Kapital und Arbeit, die Frage der nationalen Arbitrage übernehmen und die Verantwortung dafür tragen soll, daß die Zionistische Organisation durch solche Konflikte nicht untergraben wird. Wir müssen aber auch an positive Dinge erinnern, die in engem Zusammenhang mit den beiden Hauptfragen der Alijah und des Bodenerwerbes stehen. Es ist richtig, daß wir unsere Wirtschaft in Erez Israel konsolidieren müssen. Es wurden hier gewisse Pläne formuliert, ein „Fünfjahresplan" — es kann auch ein Zehn- oder Zwanzigjahresplan sein —, der große Siedlungsplan, welcher eine Million jüdischer ökonomischer Einheiten ins Land bringt und dort ver* wurzelt. Wenn wir nunmehr, nach der Periode der Stegreifarbeit, in unserem Bewußtsein wenigstens die Umrisse eines Planes haben und den Weg der Verwirklichung dieses Planes beschreiten wollen, dann müssen wir auch die Instrumente betrachten, welche die Realisierung dieses Planes ermöglichen. Dieser Instrumente, dieser Waffen gibt es einige: Wir müssen ein Wirtschaft samt schaffen, das alle wirtschaftlichen Aufgaben und Arbeiten in Erez Israel konsolidiert. Zwingende Folge des Planes, der so formuliert wurde, ist, daß wir auch eine höchste Kontrollkammer schaffen, die unabhängig ist von der Exekutive, die ihre Souveränität vom Kongreß bezieht und den gesamten Verwaltungs- und Wirtschaftsapparat kontrolliert, damit nicht zu viel Geld und am unrichtigen Platze ausgegeben werde, damit nicht in unserer Arbeit der papierene Geist der Bürokratie, sondern der lebendige Geist des Volkes, der Masse herrsche. Wenn wir von einem großen Ansiedlungsplan reden, so müssen wir auch an die internationalen Anleihen denken. Wir können den Plan nicht mit unseren eigenen Mitteln allein realisieren. Der Weg zu den internationalen Anleihen ist eröffnet worden. Die Parole dieses Kongresses muß sein: eine Siedlungsanleihe von Millionen Pfund, welche der Realisierung des Siedlungsplanes dienen soll. Bei all' dem aber ist ein Moment ausschlaggebend: wir werden nichts von unseren Plänen realisieren, wenn wir nicht eine starke, feste Organisation haben. Ben-Gurion, der in seinen Ausführungen über die künftige Organisation die Gesamtheit Israels im Auge hatte, unterschätzt, so fürchte ich, die Bedeutung einer festgefügten Zionistischen Organisation, welche den Willen, wenn auch einer Minderheit, so doch der aktivsten, stärksten Minderheit eines großen Volkes repräsea-