Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 248)
- Language
- German, English, Hebrew
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Harzfeld, Schipper 245 sie in dieses Werk gesteckt, wieviel Anstrengungen es uns gekostet hat, unsere Freunde zu beeinflussen, daß sie die Einwanderer ohne Keantnis der Sprache und der Arbeit aufnehmen! Und wissen Sie, was wir dafür verlangten? Nur eines: daß man ihnen ein Dach über dem Kopfe gebe und einen Minimalbetrag für eine Hilfswirtschaft. Das ist das Maximum, das die Abteilung für die deutschen Juden überall dort gab, wb wir die Kinder aufnahmen. Und Ihr müßt wissen, was es tür eine Wirtschaft bedeutet, Teile aufzunehmen, die für körperliche Arbeit in der Wirtschaft nicht vorbereitet sind. Statt daß nun unsere Gegner aufstehen und wenigstens einige Worte der Anerkennung sagen für die Organisation, für "die Opfer was haben wir' statt dessen gehört? Nichts von dem ist wahr, was Ihr gestern hier gesprochen habt. Warum wußtet Ihr nichts zu erzählen, von ganzen Kolonien in Kerkur, im Emek Sebulon und im Emck Chefer. Wenn Herr Großmann meint, daß er, weil er von Palästina kommt, die ganze Wahrheit weiß, irrt er sich. Herr Großmann hat Euch nicht die Wahrheit erzählt. Ich komme zum Schluß und will noch einmal betonen: Wenn von Unzufriedenheit gesprochen wird — ich und meine Freunde sind am wenigsten zufrieden; wir wissen sehr gut, daß man sich mit dem Geleisteten nicht begnügen darf. Ich würde weniger als Sie alle unsere Exekutive loben, wenn sie nicht auf der Höhe stünde und nicht alles täte, was in ihrer Macht steht, um den nationalen Bodenbesitz zu steigern und die Siedlungstätigkeit auszudehnen. Ich würde sie auch weniger als Ihr alle loben, wenn sie daran dächte, von diesem Kongreß mit dem eingeschränkten Budget wegzugehen, das sie uns vorgelegt hat, nicht daran dächte, die Summen zu erreichen, die zur Durchführung des von uns gemeinsam mit dem Kolonisationsdepartement ausgearbeiten beschränkten Planes nötig sind. Wir haben viel gearbeitet für diesen Plan, für ihn die Anleihe erreicht und die Hindernisse für die Erneuerung der landwirtschaftlichen Kolonisation aus dem Wege zu räumen uns bemüht. Wir hatten Erfolg, und heute ist es an der Zeit, unsere Pflicht zu erfüllen. Wir haben die Pflicht, jetzt auf dem Gebiete der Kolonisation und der Eroberung der Arbeit in den Kolonien für den Arbeiter, den Einwanderer aus Deutschland, für den Mittelstand und für den Chaluz ans Werk zu gehen. Kämen doch nur Hunderttausende von Juden aus Deutschland zu uns! Jeder von uns sollte mit Sorge, Schmerz und Respekt, nicht mit abstrakten Prinzipien, mit Deklarationen und Ueberlegungen, wie das in der Außenwelt angesehen werden wird, an diese heilige Frage herantreten. Das Werk der Kolonisation und des Aufbaues muß weiterschreiten! (Lebhafter Beifall.) DR. IGNACY SCHIPPER (Weltverehu Allg. Zion., Polen — spricht jüdisch): Von dieser hohen Tribüne ist eine Reihe von Worten gefallen, die nicht wie rhetorische Ornamente, sondern wie Ausdrücke tiefen Verantwortungsbewußtseins klangen, Worte, wie: „die historische Aufgabe des Kongresses", „die Aufgabe dieser Generation4*, „die Aufgabe dieser Stunde". An diese Worte will ich anknüpfen; denn wenn