Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 240)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Großwann, Sereni 237 Politik, Euer Wirtschaftssystem und die Herrschaft der Mapai in Palästina gesagt und rate Euch, Euer Doppelspiel aufzugeben. Wenn Ihr 25.000 Dollar nach Oesterreich schickt, dann schickt auch 25.000 Dollar für die Assire Zion, die in den Kerkern Rußlands schmachten (Lebhafte Unruhe bei der Unken). Wollt Ihr eine Kooperation aller Kräfte im Zionismus, dann gebt Palästina die Freiheit und befreit den Zionismus von der Sklaverei der Mapai (Lebhafter Beifall bei der Judenstaatspartei). ENZIO H. SERENI (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Die letzten Worte des Herrn Großmann veranlaßten mich, ums Wort zu bitten. Ich erachte es als Ehre für mich und meine Partei, daß in den schweren Zeiten für das deutsche Judentum, als wir die Freunde de* Herrn Großmann nicht in Berlin sahen (Zwischenruf MBIR GROSS¬ MANN: Leider habe ich dort keine Freunde), als wir nicht einmal jene Gesinnungsgenossen sahen, die damals in Großmanns Lager waren, daß wir damals nach Deutschland kamen und uns bemühten, zusammen mit der Zionistischen Organisation in Deutschland den Exodus des deutschen Judentums zu organisieren. Tausende von jüdischen Jugendlichen aus Deutschland sind dadurch gerettet worden (Zwischenrufe von Delegierten der Judenstaatspartei: Reiche jqdenoder Bettler?) Auch Bettler! Ich weiß nichts von den Reichen, von denen Sie sprechen, ich kenne nur die Tausende von Chaluzim und jungen Juden, die wir der Galuth entrissen und in die sozialistischen Kwuzoth gebracht haben, über die sich Herr Großmann so sehr aufregt. In •diesem Prozesse der Rettung der deutschen Juden waren wir oft gezwungen, Mittel und Wege zu benützen, die uns nicht leicht fielen und unserer Ueberzeugung widersprachen. Wir taten es, weil wir wußten, daß der große und schwierige Prozeß des Exodus, daß die Liquidation des deut3chen Judentums weder durch Proteste, noch durch Deklarationen, sondern nur durch tatsächliche Leistungen, Hachscharah und Transferierung des Kapitals in die nationalen Institutionen Palästinas erfolgen kann. Es gibt auch Leute, die an einem Transfer, der nicht zugunsten der nationalen Institutionen, sondern zugunsten von Privatpersonen und einiger Kapitalisten ging, interessiert waren. Wenn ich aber höre, daß man gegen unsere Tätigkeit die Stimme erhebt, dann frage ich mich, ob denn diese Leute wirklich von Hintergedanken, über die ich nicht sprechen will, ganz frei sind. (MEIR GROSSMANN, auf den Usch schlagend, erregt: Worüber sprechen Sie? Er wird nicht sprechen! Sie dürfen nicht so frech sein!) VORS. VIZEPRÄS. DR. N. GOLDMANN: Herr Großmann, ich erteile Ihnen eine Rüge für diesen Ausdruck. Es wird Ihnen, Herr Großmann, nicht gelingen, diesen Kongreß zu vergewaltigen. Ich habe mich bemüht, während Sie gesprochen haben, Ruhe im Saale zu wahren. Sie werden dem Vertreter einer Partei nicht das Wort entziehen können (Geschrei auf den Sitzen der Judensiaatsfartei). Ihr sollt nicht meinen, daß es Euch gelingen wird, den Kongreß zu terrorisieren! (Stürmischer