Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 238)
- Language
- German, English, Hebrew
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Großmann, Ussiscbkin, Blwnenfeld, Harzfeld, Goldmann 235 der Bauunternehmer den Zement bestellt habe, und daß zweitens überhaupt nicht darüber zu reden sei, da ja das Aktions-Komitee die Forderung abgelehnt habe, den Transfer preiszugeben. Dadurch habe es die ganze Angelegenheit gebilligt und der Transfer die Zustimmung der nationalen Institutionen erhalten. Das ist das Resultat Eurer „moralischen" Haltung. Auf dem letzten Kongreß glaubtet Ihr, diese Frage durch „Uebergang zur Tagesordnung" totschweigen zu können, und dann habt Ihr daraus eine positive Geschäftsangelegenheit gemacht. Außerdem habt Ihr mich belogen! Auf der Sitzung des Präsidiums des Aktions-Komitees, unmittelbar nach dem Prager Kongreß, habt Ihr im Namen des Bankdirektoriums erklärt, daß unsere Banken keinerlei Zusammenhang mit der Haavara haben würden. Trotz dieser Erklärung steht die Anglo-Palestine-Bank in ganz enger Verbindung mit dem Transferabkommen. Ich stelle an Herrn Ussischkin, einen der Direktoren der Bank, der in diese Körperschaft delegiert wurde, um dort unsere nationalen Interessen zu wahren, die Frage, warum er es zugelassen hat, daß mit unserem jüdischen Geld deutsche Waren gekauft werden? M. M. USSISCHKIN (A.C.): Ich habe von dieser Sache erst erfahren, während ich in Karlsbad weilte. Ich habe mich an die Bank gewendet, aber bisher noch keine Ajitwort erhalten. MEIR GROSSMANN (fortfahrend): Dies beweist mir, daß wir dringend eine strengere Aufsicht über die Bank brauchen. KURT BLUMENFELD (A.C.): Auch der Keren Kayemeth benützt den Transfer. MEIR GROSSMANN (fortfahrend): Sie werden durch den Hinweis auf den Keren Kayemeth die Schande des Transfer nicht verwischen. Eine wichtige Frage möchte ich noch an den hohen Kommissar für die deutschen Flüchtlinge, Herrn Dr. Weizmann, den Sie auf dem letzten Kongreß gewählt haben, richten: was haben Sie im Laufe der letzten zwei Jahre für die deutschen Flüchtlinge getan? Wieviel Siedlungen haben Sie für diese Flüchtlinge errichtet? Es genügt nicht, daß Ihr zwei oder drei Personen Einzeldarlehen erteilt oder in En Charod Häuser gebaut und die deutschen Juden in die sozialistischen Kwuzoth gebracht habt. ABRAHAM HARZFELD (Arb., Südafrika — ruft erregt dem Vorsitzenden zu): Warum dulden Sie, daß der Redner eine Stunde lang Lügen und Hetzreden in den Saal schleudert. Müssen wir dazu schweigen? VORS. VIZEPRÄS. DR. N. GOLDMANN: Ich kann nicht zulassen, Herr Harzfeld, daß Sie einem Redner Lüge vorwerfen. Ich stelle fest, daß der Redner niemanden in unparlamentarischer Form angegriffen hat. Sie dürfen dem Redner nicht Lüge und Hetze vorwerfen. MEIR GROSSMANN (fortfahrend): In Palästina sprengen Eure Genossen unsere Versammlungen, hier werden wir sprechen, und Sie