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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 228

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 228 (sequence 231)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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228 7- Kongreß-Sitzung: Generaldebatte tischer Führer der Arbeiterschaft hier das allgemein-zionistische Programm rezipiert hat (Gelächter links, Beifall rechts). Die Wege scheiden uns. Wir werden hart und fest unsere Forderungen vertreten. Trotzdem zwingt uns das Gefühl der Verantwortung, unsere Wege einander anzunähern, obwohl sie jetzt verschieden sind, zu prüfen, wie weit wir miteinander gehen können. Ich hoffe, daß die Lage des jüdischen Volkes, die Krise in der Zionistischen Organisation, unsere gemeinsame Liebe zu den hohen Idealen uns auf diesem Kongreß trotz Kritik und Meinungsverschiedenheiten zu dem Sieg des reinen nationalen Zionismus, zur Schaffung eines überparteilichen Geistes führen wird. Das ist der Inhalt des allgemeinen Zionismus, das ist der Ruf, mit dem der Weltverband Allgemeiner Zionisten zum XIX. Kongreß kommt (Leb/xtfter Beifall bei den Delegierten des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten). MEIR GROSSMANN (Judenst., A.C. — spricht jüdisch): Herr Dr. Schwarzbart hat in die Debatte ein bischen Parfüm hineinfließen lassen (Gelächter), ich muß sagen, indem ich seinen Ausdruck benütze, daß es mir nach den kosmetischen Reden von gestern und heute ziemlich schwer fällt, mich der Atmosphäre anzupassen, die auf diesem Kongreß herrscht. Ich sitze nun bereits drei Tage in diesem Saal, höre reden und lese Berichte und kann mich nicht von dem Gefühl befreien, daß ich mich in einer gut arrangierten Theatervorstellung befinde (Pfuirufe, Unruhe im Saal). VORS. VIZEPRÄS. DR. N. GOLDMANN (den Redner unterbrechend): Ich werde nicht zulassen, daß Sie den Zionistenkongreß eine Theatervorstellung nennen. MEIR GROSSMANN (fortfahrend): Es wäre gut gewesen, wenn Sie die Geduld gehabt hätten, wie bei anderen Rednern, das Ende meines Satzes anzuhören. Ich sehe nicht ein, warum dieser Ausdruck beleidigend ist. Wir befinden uns hier in einem Saal, wo die Realitäten des Zionismus und Palästinas gänzlich fehlen. Eine schöne Bühne, eine Reihe von Rednern, vorbereitete Ovationen, sehr schöne Dekorationen usw., so daß man zu glauben beginnt, daß alles Wirklichkeit sei. Wenn jedoch nur ein leiser Wind zu wehen beginnt, sieht man sofort, daß es nur Kulissen sind. Wir müssen deshalb ein wenig hinter die Kulissen blicken, dann sieht man sofort, daß alle Reden und Berichte und die Zufriedenheit, die in ihnen zum Ausdruck kommt, nichts wie eine schöne Fassade darstellen. Natürlich, wenn man sich so stark und sicher fühlt, wenn man in Palästina herrscht, kann man sich erlauben, ein bißchen Staatszionismus zu treiben, um großzügig zu erscheinen. Man kann die Wirklichkeit übersehen und die Phantasie spielen lassen, besonders, da dies zu nichts verpflichtet. Herr Ben-Gurion hat sich gestern gehen lassen. Alles ist ihm zu wenig. Er sagte, daß ihm 60.000, 70.000, 100.000 Einwanderer im Jahre zu wenig seien und daß wir im» Laufe kurzer Zeit eine Million Familien ins Land bringen müßten. Das Mittelländische Meer und das Hinterland Palästinas sind ihm bereits zu wenig geworden; er spricht schon

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