Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 228)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schwarzbart 225 Zeiten richtig, aber in dem jetzigen Zustand der Bewegung ist es meiner tiefen Ueberzeugung nach falsch. Diese unsere Haltung entspricht dem Geiste jenes Weltverbandes, der seit sechs Jahren zur Vereinigung der allgemein-zionistischen Kräfte aufgerufen hat. Wenn wir auch heute hier gespalten sind, so ist es doch meine Ueberzeugung, daß dieser Ruf, der nicht von der neuen „Weltvereinigung'' ausgegangen ist, sondern von unserem Weltverband, der Ruf, die Fahne eines selbständigen, unabhängigen, allgemeinen Zionismus hochzuhalten — nicht für uns, sondern für die zionistische Bewegung — daß dieser Ruf dazu beigetragen hat, daß wir heute statt einer zersplitterten allgemeinen zionistischen Masse zwei große Formationen haben, die, wie ich hoffe, morgen oder übermorgen im Geiste der Verständigung den Weg finden werden zur Vereinigung aller Kräfte des Allgemeinen Zionismus. Ich will mich daher nicht mit meinem Vorredner hier in eine Polemik einlassen über den Ursprung unseres Verbandes und der neuen Vereinigung. Gerade von unserem allgemein-zionistischen Standpunkte aus wäre es politisch falsch, diesen Gegensatz von dieser Tribüne hier auszukämpfen. Die Rede von Ben-Gurion war von unserem allgemein-zionistischen Standpunkte aus eine hochpatriotische. Wir hörten aus ihr das tiefe Verantwortungsgefühl für das Los und die Zukunft des ganzen jüdischen Volkes. Aber, Freund Ben-Gurion, zwischen Ihren Losungen, die auch wir unterschreiben, und der Wirklichkeit liegt leider, ich will nicht sagen ein Abgrund, so doch eine tiefe Kluft. Ich will mich im 2',usarnmenhang mit der weiteren Tätigkeit der Exekutive, die uns Rechenschaft abgelegt hat, bemühen, zu beweisen, daß diese schönen, großen, visionären Losungen Ben-Gurions in Widerspruch stehen mit den Tatsachen, die von der Partei geschaffen werden, der Ben-Gurion als Führer angehört. Erlauben Sie mir, meine Behauptung zu beweisen. Man ruft uns zur Einhett, man ruft uns zu, mit dem Parteileben wenigstens psychologisch Schluß zu machen. Was aber geht in der Bewegung vor? Nicht nur in der Politik des Organisationsdepartements liegt eine Tendenz gegen die Vereinigung der Parteien, sondern auch n Erez Israel wird von der Zionistischen Organisation wie von den Histadruth und der Mapai eine Politik geführt, die im Gegensatz zu den Losungen Ben-Gurions steht. Erez Israel ist für uns ein Schmelztiegel für die verschiedenen Fragmente des jüdischen Volkes. Aus 50 Ländern strömt die Alijahwelle heran. Verschiedene Elemente, verschiedenartig assimiliert, belastet mit fremden Kulturen, selbst einander fremd, sollen in der hohen Temperatur der Liebe zu Erez Israel zu dem neuen jüdischen Volke mit eigenen politischen, nationalen Gedanken zusammengeschmolzen und -geschmiedet werden. Doch was geschieht dort? Das Schulwesen soll den Prozeß unserer Einheit in Erez Israel beschleunigen. Ich weiß, hier wird sich der rechte mit dem linken Flügel finden. Wir Allgemeinen Zionisten aber sehen in der Schulpolitik des linken Flügels wie des Misrachi eine große Gefahr für das Ziel des Zionismus, die Entstehung eines neuen jüdischen Volkes. Und ich glaube, daß die Exekutive verantwortlich für diesen 15