Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 220)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sprinzak 217 sprechen, daß gerade in dieser Stunde, wo die jüdischen Massen nach Palästina einbrechen, es Aufgabe des Zionismus ist, die Aiijah der Chaluzim zu verstärken, die Aiijah, welche zu allen Zeiten die Verantwortung und die stete Sorge für die Gartzheit des zionistischen Werkes in Palästina getragen hat. Wir werden ferner davon sprechen, daß trotz aller Erfolge in Palästina die Wächter Zions trauern, weil es schon seit vielen Jahren keine nationale Kolonisation gibt, keine richtige rationelle, geregelte Kolonisation, die vieles von dem, was jetzt in Palästina vorgeht, hätte verhüten können. Wir werden auch von der nationalen Kolonisation sprechen, wir werden erzählen, daß wir unzufrieden sind, daß Zehntausende von Chaluzim zu Tagelöhnern wurden. Wir kämpfen selbstverständlich für die jüdische Arbeit in Stadt und Dorf, in der Industrie und in jedem privaten und nationalen jüdischen Unternehmen. Wir sind jedoch unzufrieden, daß dieses für die große Aufgabe des Volkes wertvolle Menschenmaterial, von dem man durch Generationen nur als von einer Möglichkeit sprach, das uns vielleicht das erstemal in der Ge* schichte des jüdischen Volkes gegeben wurde und vielleicht nicht mehr wiederkommt, daß diese Chaluzim dazu, verwendet werden, als Tagelöhner und Dienstboten zu dienen. Dieses Material brauchen wir, um die Garde der Nation in Erez Israel zu bilden. Wer wird diese Garde schaffen, vielleicht das Privatkapital? Wenn das Privatkapital sich seine besonderen Arbeiter sichern will, dann schickt es seine Delegierten nach Transsylvanien, damit es von dort Arbeiter für den Pflanzerverband holt, die nicht zur Histadruth gehören. Wenn man aber dann für diese Arbeiter ein Haus oder eine Baracke bauen mußte, wendet sich das Privatkapital doch — an die Fonds. Wird vielleicht der private Kapitalist von seinem Gelde nationale Institutionen schaffen? Wird er sich um nationale Vorposten kümmern? Dieser Kongreß wird sich mit der Frage des nationalen Kapitals und seiner Erhöhung in dieser Zeit eines beschleunigten Aufbautempos beschäftigen müssen. Das nationale Kapital hatdie Aufgabe, den Zionismus und den Palästinaaufbau aus der Wirrnis der privaten Geschäfte zu retten. Einige Worte zu den politischen Fragen. Wir sind sicher alle der gleichen Meinung, daß die hier verlesene Begrüßung des Ministers für die Kolonien etwas inhaltsreicher hätte sein können, daß sie in» einem richtigen Verhältnis zu der Entwicklung der Kräfte, die in Palästina zur Geltung kommen, stehen müßte. Und noch eine wichtige Frage ist auf diesem XIX. Kongreß zu behandeln. Wir haben große Leistungen auf dem Gebiete der jüdischen Arbeit, der jüdischen Wirtschaft und der jüdischen Politik vollbracht. Wir müssen jedoch auch auf einem anderen Gebiete unsere Tüchtigkeit beweisen: Wir müssen die chinesische Mauer zwischen uns und den Arabern zerstören, den Weg zu einem gegenseitigen Verständnis bahnen. Ueber alle diese Fragen müssen wir sprechen, sie müssen den Inhalt der Debatte dieses Kongresses bilden. Für mich aber liegt der Schwerpunkt des XIX. Kongresses in der Organisierung der Volkskräfte im Zionismus. Ohne diese Organisierung wird uns die Einwanderung