Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 219)
- Language
- German, English, Hebrew
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216 7. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte ist in der ganzen Diaspoifa im Niedergang. Eine Million Schek*l~ Zahler, Massenbegeisterung für den zionistischen Kongreß, für den Aufbau Palästinas — aber in welchem Verhältnis dazu befindet sich die Lage der Zionistischen Organisation? Wer bereitet die Massen des Volkes für den Zionismus vor? In welcher Stadt und in welchem Lande wird diese Vorbereitungsarbeit des Volkes geleistet? Wer steht in dieser Zeit in zionistischer Verbindung mit den Massen des Volkes, es aufzuklären und zu belehren? Wir haben hier schon verschiedene Fragen besprochen, verschiedene Wünsche geäußert, die gewohnten Probleme behandelt. Der Zionistenkongreß aber müßte sich heute darüber hinaus auf die aktuellste Aufgabe konzentrieren, die Konzentration der jüdischen Massen in der Zionistischen Organisation, auf den Aufbau einer lebendigen, aktiven, das ganze Volk organisierenden und erziehenden Organisation. Zweifellos werden wir uns auf diesem Kongresse mit vielen Fragen beschäftigen; es wird eine Generaldebatte geben, eine gerechte, vielleicht auch ungerechte Kritik von Benachteiligten oder solchen, die sich benachteiligt fühlen und Kritik üben, die auf Mißverständnissen beruht. Auch diese Exekutive kann nicht behaupten, daß sie die höchste Stufe der Vollkommenheit in ihrer Arbeit erreicht hat. Sie hat eine schwere Erb schaft in einer schweren Periode angetreten, und es ist ihr gelungen1^ die zionistische und kolonisatorische Tätigkeit in die Bahnen logischer und objektiver Klärung zu lenken. Sie hat Schluß gemacht mit der Hysterie im Zionismus. Ich wiederhole — es wird eine Debatte geben, und es werden Wünsche ausgesprochen werden. Auch wir werden manches gegen diese Exekutive vorzubringen haben — gegen unsere Exekutive. Gerade wir werden es seih, die sagen werden, daß gerade in den Tagen dieser Exekutive die Einwanderung der Chaluzim stark zurückgegangen ist, und wir werden es sagen, nicht um der bloßen Kritik willen, sondern um Forderungen zu stellen. Gerade in einer Periode der Einwanderung von 60.000 Juden aus allen Schichten des jüdischen Volkes, eben weil diese Massen der Einwanderer so wenig für Palästina vorbereitet sind, weil sie mit ihrem ganzen geistigen und materiellen Elend nach Palästina kommen, eben deswegen ist heute die Aufgabe des CHaluz so viel größer als in den früheren Epochen. Früher war es der Chaluz, der den Weg bahnte, den Weg zur jüdischen Arbeit, die reale Arbeit in Palästina, die Konzentration des Zionismus auf die Palästina-Arbeit proklamierte. Heute hat er die wichtige Aufgabe, der Wachtposten des Volkes, sein Wegweiser, der Hüter gesunder Grundlagen des Aufbauwerkes zu sein. Wir sind unzufrieden mit der Relation der Chaluzeinwanderung in den letzten zwei Jahren. Wir sind unzufrieden, weil wir gewaltige Kräfte brauchen, um das Leben in Palästina im Laufe der Zeit zionistisch zu gestalten. Wir brauchen eine Stärkung der Kraft, die den Weg ebnet, die wieder den Optimismus in den Herzen weckt, die Kraft, welche dreißig Jahre hindurch, von den Tagen der zweiten Alijah an, Tag und Nacht unermüdlich auf die Bedeutung des Zionismus hingewiesen hat, bis sie diesen Glauben in den Herzen aller entfachte. Wir werden davon