Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 209)
- Language
- German, English, Hebrew
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206 6. Kongraß-Sitzung; Keren Hajessod-Referat wenn diese Tätigkeit nur die Richtung auf den Aufbau des Landes hat. Alles ist bedeutsam. Wir wollen dabei jedoch nicht das Wichtigste, das Grundlegende vergessen, ohne das unser Aufbauwerk zusammenbrechen müßte. Wir gedenken am heutigen Tage der Ersten, die die Vision des Keren Hajessod geschaut, die Idee der nationalen Steuer gedacht haben. Wir gedenken in Liebe und Verehrung aller unserer Sendboten vom höchsten bis zum bescheidensten Diener an irgendeinem entlegenen Orte, dessen Name nicht einmal bekannt ist. Wir gedenken aller unserer Komitees und Mitarbeiter. Wir beugen unser Haupt vor denen, die von uns gegangen sind, die ihr Bestes für den Keren Hajessod eingesetzt haben. Sie alle haben unseren Fonds geschaffen, wir widmen ihnen Gedanken der Liebe und Verehrung. Der Dank des Volkes ist ihnen gewiß. Nach einigen Jahren des Niederganges ist heute wieder ein Anstieg in unseren Einnahmen eingetreten. Hätten die Vereinigten Staaten rechtzeitig das Kontingent autgebracht, das wir mit Sicherheit erwarteten, «dann hätten wir das für dieses Jahr festgesetzte Budget und noch mehr als das erreicht. Fast in allen Ländern, in denen wir arbeiten, ist ein Anstieg spürbar. Die Eingänge sind gewachsen, aber gemessen an dem, was wir einnehmen müßten und einnehmen könnten, sind sie immer noch gering. Wir müssen alle Anstrengungen machen, um trotz aller Schwierigkeiten, trotz der schwierigen Wirtschaftslage unseres Volkes, wieder auf das Niveau zu kommen, das wir bereits einmal erreicht hatten, und dieses Niveau sogar zu überschreiten. Aus dem Munde eines Arbeiters Palästinas hörte ich einmal folgende Worte: „Der Orient fliegt auf einem Flugzeug dahin, wir können also in Zukunft nicht auf dem Gaul des Mendele Mocher Sfarim dahin traben." Wir dürfen keine Stunde versäumen. Nicht nur der Orient entwickelt sich mit solcher Schnelligkeit, auch das jüdische Volk in der Diaspora, geht mit der Schnelligkeit eines Flugzeuges seinem Untergange entgegen. Alles zwingt und drängt uns daher zu ganz anderen Anstrengungen als wir sie bisher kannten, zu einem ganz anderen Arbeitsstil. Wir müssen unsere nationalen Fonds in den Mittelpunkt des jüdischen und zionistischen Lebens stellen. Diese Tage sind der Abschluß einer Epoche im Leben des Keren Hajessod und der Beginn einer neuen. Wir müssen uns von vorneherein auf eine erweiterte Tätigkeit, auf ^roße Leistungen einrichten. Nur das nationale Kapital kann das jüdische Dorf, das bereits besteht und auf unsere Hilfe wartet, festigen und neue Dörfer schaffen. Nur das nationale Kapital kann die Zahl der Arbeiter in den Kolonien durch Schaffung von erträglichen Lebensbedingungen erhöhen und die Möglichkeiten der Einwanderung erweitern. DIE ERWEITERUNG DER ARBEIT. Zweifach sind die Vorbedingungen für die Erweiterung unserer Arbeit: Propaganda und Beschaffung neuer Mitarbeiter. Wir müssen vor allem unsere Propaganda erweitern und entwickeln. Auf diesem