Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 207)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9248-3485399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
204 6. Kongreß-Sitzung: Keren Hafessod-Referat schlössen, obwohl die Konsolidierung der einzelnen Siedlungen noch nicht vollendet, noch nicht in allen die Bewässerungsanlagen durchgeführt sind, die die Einnahmen der Siedlungen um ein Vielfaches erhöhen werden. Unser Dorf ist zu einer Zuflucht für neue Einwanderer geworden. In den letzten Jahren hat sich die Zähl der Siedler in unseren landwirtschaftlichen Siedlungen fast verdoppelt. Fast zweitausend Einwanderer aus Deutschland wurden von den Siedlungen absorbiert oder erhielten in ihnen ihre landwirtschaftliche Ausbildung, fast 700 deutsche. Kinder wurden von ihnen aufgenommen, fast 400 Eltern fanden in unseren Siedlungen Rast und Heimat. Unsere Versuche auf dem Gebiete der jüdischen Landwirtschaft haben sich das Vertrauen der Welt erworben. Nach der Meinung von Sachverständigen ist dieser Versuch in der Geschichte der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation der am besten gelungene, und manche Sachverständige meinen sogar, daß es der geglückteste Versuch in der landwirtschaftlichen Kolonisation aller Völker ist. All dies dürfte uns mit Genugtuung erfüllen. Wir haben viel geschaffen. Wir wissen aber, daß wir uns damit nicht zufrieden geben können. Denn was sind unsere Erfolge, gemessen an dem, was notwendig ist, gemessen an dem, was wir leisten möchten und auch leisten könnten, wenn wir die Hilfe und Förderung gefunden hätten, die wir vom Volke verlangten? Nur etwa 75 Prozent der jüdischen Bevölkerung Palästinas leben in landwirtschaftlichen Siedlungen, während wir, auch wenn wir bescheiden waren, stets danach strebten, daß sich mindestens 30 Prozent der jüdischen Bevölkerung mit der Landwirtschaft befassen. Wie gering ist unser Bodenbesitz, wie klein die Zahl unserer Dörfer, die doch die Grundlage alles natürlichen Lebend, der Existenz und Zukunft unseres Volkes sind! Niemals dürfen wir vergessen, daß noch Tausende von Familien auf ihre landwirtschaftliche Ansiedlung warten, davon allein etwa 7000 Familien in Palästina,, von denen bereits 1800 Familien den Boden besetzt haben. Nur ein Teil der Bevölkerung des Emek Chefer ist in diesem Jahre zur Ansiedlung gelangt. Es gibt in Emek Chefer noch Siedlungen, die aus eigener Kraft, unter unsäglicher Mühe den Boden besetzt haben und jetzt darauf warten, für die Ansiedlung durch den Keren Hajessod an die Reihe zu kommen. Auch in anderen Bezirken Palästinas gibt es noch viele Siedlungen, die ohne die Hilfe des Keren Hajessod nicht seßhaft werden können. Ebenso wartet das Hule-Gebiet auf unseres Arbeit. Ich kann nicht über unsere landwirtschaftliche Kolonisation sprechen, ohne daran zu erinnern, daß die Bedeutung dieser Kolonisation für den Jischuw Palästinas und für unser Volk nicht nur materieller Natur ist. Nur diejenigen, die im Volke gelebt haben, wissen, was uns der Etriek in der Zeit des Niederganges und der Mutlosigkeit bedeutet hat. Das „Tal des Todes41 ist zu einer Legende geworden^ die das jüdische Volk belebt und erweckt hat.. Unser Dorf, die Arbeit des jüdischen Arbeiters in Palästina, der Chaluzgeist, der Idealismus