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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 202

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 202 (sequence 205)
Language
German, English, Hebrew
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202 6. Kongreß-Sitzung: Keren Hajessod-Referat sprach von unserer erhabenen jüdischen Tradition, die Maasser heißt. Wir erinnern uns heute der Hoffnungen, mit denen die Schöpfer unseres Fonds visionär in die Zukunft schauten, mit denen sie ins Volk hinausgingen. Wir hatten die Hoffnung, daß das ganze Volk sich wie ein Mann erheben und auf unseren Ruf antworten würde. Wir glaubten damals, daß das Volk verwirklichen würde, was es in Gebeten, Versammlungen und Kundgebungen versprochen hatte. Wir hofften, in fünf Jahren 25 Millionen Pfund, fünf Millionen Pfund jährlich, sammeln zu können. In diesen 15 Jahren aber haben wir nur etwa 51/2 Millionen Pfund gesammelt. Große Teile des Volkes hat unser Ruf noch nicht erreicht, nur ein kleiner Teil ist unserem Werke verbündet. DIE KRAFT DER IDEE. Mit großem Schmerze sehen wir, was alles versäumt worden, durch unsere Schuld unwiderbringlich verloren gegangen ist. Wenn wir schon mit solchen Mitteln das schaffen konnten, was wir im Lande geleistet haben, was hätten wir leisten und schaffen können, wenn es uns gelungen wäre, das Ziel zu erreichen, das wir uns bei der Gründung des Keren Hajessod steckten, wenn das Volk unsere Stimme gehört und unsere Warnung beachtet hätte. Wir fühlen jedoch auch Stolz und Freude, Wir haben trotz aller Hemmungen und Schwierigkeiten, die uns den Weg versperrten, durchgehalten und den Keren Hajessod dahin gebracht, wo er heute steht. Gewiß, wir haben nur 51/- Millionen Pfund gesammelt und in unser Land gebracht. Welches aber war die Kraft und welches die Mittel, mit denen wir das erreicht haben? Uns standen keine staatlichen Machtmittel zur Verfügung, wir besaßen nur die Kraft der Idee, die Kraft der Arbeit und der Opferbereitschaft. Das Geld, das wir gesammelt haben, stammt aus den Pfennigen des Volkes, setzt sich zumeist aus den Pfennigen der Aermsten zu sammen. Es ist uns nicht als Spende gegeben worden, sondern wurde als Steuer des Volkes eingezogen und gegeben. Gewiß, wir haben den von uns proklamierten Maasser nicht erhalten, aber in der jahraus, jahrein bezahlten Steuer steckt doch der Gedanke des Maasser. Im übrigen gibt es auch Leute, die wirklich den Maasser zahlen. Noch haben wir nicht das ganze Volk erreicht, noch bleibt uns viel zu tun übrig, aber Hunderttausende von Juden gehören zu den Keren-Hajessod- Zeichnern, die die ßürgersteuer des jüdischen Volkes zahlen, das sein Land wieder aufbaut. Wir sind bei unserer Arbeit in alle Länder der W}elt gedrungen: von den Ländern weit im Norden bis nach Rhodesien und Uganda in Afrika, bis nach den Ländern in Süd- und Mittelamerika, nach Australien, Neuseeland, China und Japan. Dem äußern Schein nach war der Keren Hajessod nur ein Mittel . fcur Sammlung von Geld, in Wirklichkeit aber war dies nicht seine einzige Aufgabe, nicht darin bestand seine Kraft. Wir haben oft über seine organisatorische Kraft und seine national-erzieherische Bedeutung gesprochen. Es gibt keinen Winkel der Welt, in den Juden verschlagen sind, wohin der teeren Hajessod nicht die Botschaft der Erlösung*

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