Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 199)
- Language
- German, English, Hebrew
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196 6, Kongreß-Sitzung: Keren Kayemeth-Referat steht und fallt ihr. Ich verlange von Ihnen nicht, daß Sie uns nach: zwei Jahren sofort den vollen Erfolg bringen, das hängt nicht von Ihnen allein ab. Aber ich wünschte, daß, wenn Sie nach zwei Jahren vor den Kongreß treten, — und vielleicht haben wir das Glück, daß er in Jerusalem zusammentritt — man an Sie größere Forderungen stellen möge als heute und nicht alle so zufrieden sind wie hier im schönen Schweizerlande. Und Sie sollen wissen, daß, wenn Sie uns nicht schlüssige Beweise bringen, daß die Bodenfrage im Mittelpunkt all Ihrer Erwägungen stand, aller Ihrer täglichen Aufregungen vom Morgen bis zum Abend, ich, wenn ichs erlebe, der Erste sein werde, der sich mit aller Kraft dafür einsetzen wird, daß Sie anderen den . Platz räumen. Ich würde Ihnen sogar erlauben, für die Erlösung des Landes, am Sabbat zu arbeiten. Ich schlage Ihnen vor, zwei Menschen in alle Teile ,der Golah zu schicken und eine genaue Statistik darüber anzulegen, wer von den Zionisten der Arbeit für den K.K.L., der Erlösung des Bodens, seine Zeit gewidmet hat. Wenn diese Abgesandten zurückkehren und Ihnen Bericht erstatten, dann werden sehr viele von unseren angesehensten Menschen und Vertretern des jüdischen Volkes und seiner Parteien vor Scham die Augen senken müssen. Es gab eine Zeit, da sich die Jugendlichen mit dem K.K.L. befaßten. Heute befassen sich mit ihm nur noch Kinder bis höchstens zum Barmizwah-Alter. Das Herz der Zionisten ist verhärtet, sie sehen und hören nicht. Zu einer Zeit, da Millionen für die Erlösung des Bodens nötig sind und von Jahr zu Jahr die Gefahr immer drohender wird, überlaßt Ihr Zionisten diese Aufgabe Kindern und zum Teil auch Frauen. Ich habe selbstverständlich beileibe nichts gegen diese Arbeit, der Frauen, sie könnte für die Erlösung des Bodens sogar von großem Segen sein. (Zivischenruf der Delegierten BUSSEL: Um der Frauen willen ist Israel erlöst worden. USSISCHKIN fortfahrend:) Um ihrer Verdienste willen, aber nicht durch sie. Wenn dies so weitergeht, wird man vom Kongreß verlangen müssen, daß es solchen Menschen nicht gestattet wird, in* den Grundfragen des Aufbaues des Volkes ihre Meinung zu sagen. Menschen, die das .Wichtigste nicht begreifen und nicht den Finger rühren, die nur ihre Kinder zur Pflichterfüllung anhalten, während sie selbst ihre wichtigste Pflicht nicht erfüllen, bei denen kann kein Verständnis dafür vorhanden sein, zu welchem Zwecke sie in der Zionistischen Organisation sind. Und diese Krankheit herrscht bei allen zionistischen Parteien. DIE SCHULD DES VOLKES. Das jüdische Volk ist in gewissem Maße nicht weniger schuldig. % Es gibt einen Satz, der die Psychologie des jüdischen Volkes kennzeichnet: Wenn man fordert, so gibt es. Ich kann die große Majorität der Juden nicht beschuldigen, daß sie nicht gibt, wenn man von ihr fordert. Die große Mehrheit des Volkes gibt, nur die Zionisten, die fordern, sind nicht da. Aber eine andere Schuld lastet auf dem jüdischen Volke. Es sandte uns in den letzten Jahren, insbesondere in den