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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 194

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 194 (sequence 197)
Language
German, English, Hebrew
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194 6. Kongreß-Sitzung: Kerev Kayemeth-Referat chens, das man uns gegeben hat, und von den Juden Verständnis für die Sache. Jene erfüllen das uns gegebene Versprechen nicht, und in unseren Reihen ist kein Verständnis vorhanden. Es scheint, daß der Bibelvers vom weisen und vernünftigen Volk auf uns nicht zutrifft. In der englischen Regierung sitzen Politiker ersten Ranges, die verstehen müßten, daß, wenn man verspricht, die Möglichkeit für den Aufbau eines nationalen Heimes zu geben, man es zuerst ermöglichen muß, die Grundlage dafür zu schaffen, den Boden zu erwerben. Man kann ein Haus ohne Dach bauen, ohne Fenster, ohne Wände, aber es ist unmöglich, daß ein Haus ohne Fundament gebaut wird, und das Fundament ist nicht das Meer und nicht die Luft, sondern der Boden. Von dem Moment an, da wir vor 17 Jahren die Balfour-Deklar-uion empfingen, verlange ich vom englischen Volk oder der englischen Regierung nicht, daß sie für uns das nationale Heim aufbauen ich würde niemals wünschen, in einem Heim zu wohnen, das andere gebaut haben, wir wollen ja jüdische Arbeit —, sondern ich fordere, daß sie uns das Fundament geben, das sich nicht in unserem, sondern im Besitze anderer befindet. Das ist das A und O des englischen Versprechens. Aber von dem Tage an, da sie uns dieses Versprechen gaben, bis auf den heutigen Tag gewähren sie uns nicht nur;;?cht dieses Fundament, erleichtern sie uns nicht nur nicht seine Erwerbung, sondern sie legen uns Stein nach Stein in den Weg. Unser Weg ist — eigentlich liebe ich zwar solche Ausdrücke nicht — eine „via dolorosa". Die Männer, die an der Spitze des K.K.L., und noch mehr, die an der Spitze unserer politischen Abteilung in Jerusalem und in London stehen, gehen seit 17 Jahren einen Leidensweg, einen unerhörten Leidensweg bei den Verhandlungen mit der englischen Regierung in der Bodenfrage. Als Beispiel kann Ihnen die Geschichte der demobilisierten jüdischen Legionäre dienen: sie blieben die einzigen \om ganzen Heere Großbritanniens, die keinen Boden zur Ansiedlung erhielten. Während der ganzen Zeit fand die britische Regierung keine Möglichkeit, auf der ganzen Fläche des Landes, einschließlich Transjordaniens, das damals noch nicht abgetrennt war, für die Legionäre auch nur das geringste Bodenstück herzugeben, auf dem sie sich hätten ansiedeln können. * Das ist bezeichnend für die Art, wie die Regierung ihr Versprechen auffaßt, den Juden zu ermöglichen, daß sie den Grund zum Bau ihres nationalen Heimes legen. So war es am Anfang der Arbeit, und jetzt, am Ende der Arbeit, stehen wir vor einer Ausbeutung, wie es sie noch bei keinem Volke gab. Welche. Bedingungen stellt die Regierung den Juden für die Erwerbung des Hulehgebietes? Für einen Sumpf, für den eine Konzession bestand, deren Termin abgelaufen war, ^md für die die Besitzer der Konzession während mehr als 20 Jahren nichts getan hatten, für einen Sumpf, der die ganze Umgebung vergiftete und den die Regierung für Juden und Nichtjuden hätte austrocknen müssen, tut die Regierung nichts mit jenem Geld, das sie fast zu 60 Prozent von den Juden bekommt, sondern zwingt die Juden, aus ihrer Tasche für die Konzession eine gewaltige Summe zu zahlen und

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