Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 196)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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Ussischkin 193 Ihnen den Grund erklären und Ihnen sagen, welche Gefahr ich sehe: Heute sitzen wir in unserem kleinen Jischuw im Scharon und in der Schefelah einerseits, in dem Gürtel von Haifa durch den Emek bis zum Jordan andererseits. Wenn wir den Jordan überschreiten, die Böden zwischen Scharon und Transjordanien jedoch für immer im Besitz der anderen Völker bleiben, dann wird dies in politischem und ökonomischem Sinne ein fataler Fehler sein. Ich kenne die Juden und die Zionisten, und ich weiß, daß in dem Augenblick, da man Transjordanien öffnet, es sofort „Leute aus dem Stamme Rüben und Gad" geben wird, die vergessen werden, daß es noch zehn Stämme westlich des Jordan gibt. Das ist eine Gefahr, eine furchtbare Gefahr. Diese drei Aufgaben gehen also, bei all ihrer historischen Bedeutung für die Zukunft, bei aller Energie, die ihnen gewidmet werden muß, bei aller Begeisterung und den Geldmitteln, die sie erforderlich machen, keinesfalls der Erwerbung des westlichen Palästina voraus; besonders dann nicht, wenn man im Auge behält, daß Erez Israel eine ungeteilte Einheit ist. Ich spreche daher jetzt über dieses enge kleine Land. Es gibt Menschen, die um jeden Preis zeigen wollen, daß die Lage gut sei, und erklären: Wje kann man sagen, daß wir nur 5 bis 6 Prozent des Bodens in Erez Israel besitzen? Ist doch die Lage weitaus besser! Man muß den Prozentsatz an gutem Boden in Palästina in Rechnung stellen, dann ergeben sich 18 bis 20 Prozent. So zu denken, ist ein großer Irrtum. Es gibt in Erez Israel keine guten und keine schlechten Böden, es gibt nur eine Art von Boden in Erez Israel: den Boden von Erez Israel. Ihn muß man mit allen vorhandenen Mittein zu einem Boden machen, der für unsere Ansiedlung geeignet ist. Wenn man erst beginnt, die Sümpfe, die Felsen und die Sanddünen herauszunehmen, dann bleibt nichts übrig. Die Frage ist ausschließlich die, wieviel der Boden kostet, in welcher Zeit wir ihn erwerben können und welches die Kräfte sind, die wir dafür opfern müssen. Es gibt jedoch keinen Punkt in Erez Israel, der nicht auf diese oder jene Weise aus Oedland in fruchtbaren Boden zur Ansiedlung von Juden verwandelt werden könnte. Genau so wenig, wie wir davor zurückgeschreckt sind, die Sümpfe von En Charod, die Dünen am Meere, die Felsen im Gebirge in fruchtbaren Boden zu verwandeln, genau so ist es möglich, den ganzen Boden Palästinas ausnahmslos ertragreich zu machen, wenn wir jetzt auch nur 6l/2 Prozent von ihm besitzen. Wer ist schuld an der furchtbaren Situation in der Bodenfrage? Viele sind schuld: in erster Linie die englische Regierung, dann die zionistische Exekutive, drittens die ganze zionistische Welt, viertens das jüdische Volk. Der einzige, der nicht schuld ist, ist das arabische Volk, da wir von ihm nichts verlangen können. Es verteidigt seine Interessen. Ob es dies rationell oder nicht rationell tut, ist seine Sache* Es hat uns nichts versprochen. * DIE SCHULD DER REGIERUNG. Aber von den Engländern fordern wir die Erfüllung des Verspreis