Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 195)
- Language
- German, English, Hebrew
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192 6. Kongreß-Sitzung: Keren Kayemetb-Referat den — daß Amerika ein hochentwickeltes und reiches Land sei, ein Land, in dem uns die Gefahr droht, daß wir dort, in dieser großen Welt, nicht zu einer starken Eigengruppe werden könnten, daß hingegen Erez Israel eine Wüste sei, ein unentwickeltes Land, dessen Einwohner in tiefster Armut leben und uns gern Wurzel schlagen lassen würden. In diesen Worten war bis zum Weltkriege ein Körnchen Wahrheit. Von dem Tage an jedoch, da die britische Fahne im Lande hochgezogen, die Ordnung, die Ruhe und die Entwicklung des Landes sichergestellt wurden, da andererseits die Juden mit großer Begeisterung und großen Summen kamen und das Land in verschiedenen Formen zu entwickeln begannen — von diesem Tage an hörte Erez Israel auf, jenes Land zu sein, von dem man wähnte, daß es so leicht zu erwerben sei. In allen Reden, die hier gehalten wurden, hörten wir von den verschiedenen Perspektiven, und auch ich will diese Perspektiven erwähnen: Hideb, TLransjordanien und Negeiv. Ben-Guriori ging noch weiter, er befindet sich schon auf dem Meere. Ich könnte noch weiter gehen, in den Luftraum; es gibt ja jetzt Luftschiffe, und der Jude ist an die Luft mehr gewöhnt als an das Festland (Heiterkeit). Aber ich spreche vom festen, felsigen Boden, und deswegen kommen alle diese Perspektiven heute für den Aufbau nicht in Betracht, i DREI GROSSE AUFGABEN. Huleh — das ist im allgemeinen ein sehr wichtiges Objekt von mehreren zehntausend Dunam; über die Bedingungen, unter denen wir es erworben haben, werden wir noch sprechen. Ein beträchtlicher Teü davon, der Löwenanteil, wurde den Arabern übergeben. Aber hier ist auch die Arbeit der Vorbereitung sehr groß und wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Hier werden wir Boden für Siedler erst nach sieben bis acht Jahren vorbereiten können. Der Negeiv ist eines der wichtigsten Probleme und wir werden es in der Form lösen, von der gestern Ben-Gurion gesprochen hat. Doch das ist eine Frage der Zukunft — ganz abgesehen von den politischen Bedingungen, der Wasserfrage und den übrigen damit verbundenen Schwierigkeiten — nicht eine Antwort für heute, morgen und über morgen. Zmmjordanien — ich glaube nicht, daß mein Nachbar (zeigt au) Herrn Sbertok) behaupten wird, daß wir es heute oder morgen bekommen werden. Ich will aber die Sache von einem ganz anderen Gesichtspunkt betrachten. Kein Zweifel, daß in der Erschließung von Transjordanien für* uns ein Wert ersten Ranges, und zwar für sofortige Kolonisation liegt, weil dort keine Vorbereitungen notwendig sind, wie in Huleh und im Negew. Aber es droht dort eine andere Gefahr: Gewiß werden sich bei un$ Menschen finden, die als erste dort den Boden werden besiedeln wollen. Man glaubt, da in Transjordanien der Boden sehr billig ist, werden alle Preise im westlicher* Erez Israel sinken und uns so die Arbeit erleichtern. Ich wünschte, daß sich das bewahrheite. Aber ich glaube nicht daran und werde