Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 189)
- Language
- German, English, Hebrew
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186 j. Kongreß-Sitzung: Referat über Jugend-Alijah Kwuzah gehen, ohne daß die sanitären Zustände zuerst geprüft werden. Da kommt uns die Kupatb Cholim und der Waad Leumi zu Hilfe. Die sanitären Zustände sind in den Kwuzoth oft unzulänglich, weil es ihnen an Mitteln fehlt, allen Forderungen nachzukommen. Da es ihnen aber sehr am Herzen liegt, unsere Jugend-Alijah aufzunehmen, bemühen sie sich, die hygienischen Vorschriften zu beobachten, und das bringt ihnen selbst Nutzen. In den meisten Fällen haben die Kwuzoth noch keine eigene Jugend; sie betreuen gern die neuen Kinder, um für die Erziehung ihrer eigenen Kinder vorbereitet zu sein. Der Erziehungsplan, den wir ausgearbeitet haben, wird streng innegehalten: Vier Stunden Arbeit, vier Stunden Lernen. Die Studien sind eingeteilt zwischen Hebräisch und jüdischen Disziplinen, sowie 'jene, die sich auf die verschiedenen Arbeitszweige beziehen. DIE ZUKUNFT DER JUGEND-ALIJAH. Welches sind unsere Hoffnungen? In der nächsten Zeit bereiten wir uns vor, bis zu Ende des Jahres noch 450 Kinder zu übernehmen, so daß wir zu Ende des Jahres hoffentlich 1150, vielleicht sogar 1200 Kinder im Lande haben werden. Voraussetzung ist, daß wir die Zer- \ tifikate erhalten und die Mittel haben werden. Was das erste betrifi>, so zweifeln wir nicht daran, daß wir die Zertifikate bekommen werden. Die Mittel freilich müssen wir uns selbst erarbeiten. Wenn unsere Pläne ausgeführt werden, werden wir noch 15 Kwuzoth und Moschawiu \ gewinnen, und unsere Kinder werden an 30 Stellen zu finden sein. Dennoch möchte ich nicht den Eindruck hervorrufen, daß wir mit dem, was wir getan haben, zufrieden sein dürfen. Erstens betrachten wir diese ganze Arbeit als ein großes Experiment* In sechs Monaten erst wird es sich herausstellen, ob und wie die erste Gruppe absorbiert | werden konnte. Es wird Kinder geben, welche sich in die Kwuzah! eingliedern lassen wollen, solche, die sich in den Chugim einleben \ wollen, dann wieder solche, die einen eigenen Kibbuz etablieren j wollen, es wird aber auch ein Rest bleiben, der individuell betreut j werden muß. Wir müssen abwarten, welche absorbierende Kraft das j Land und unsere Einrichtungen haben werden. Dann vielleicht wird ] es mir vergönnt sein, bei einem kommenden Kongreß zu sagen: Wir ] waren erfolgreich. Die andere Frage ist die, ob es uns gelingen wird, diese Arbeit zu j erweitern und noch andere Länder in dieses System einzul^eziehen. Daj bei darf nicht vergessen werden, daß wir ja jetzt schon andere Länder mit einbezogen haben. Der Prozentsatz der deutschen Staatsangehörigen unter den Kindern ist etwa 55 Prozent. Die übrigen sind größtenteils j aus Polen, Kinder, die nur kurze Zeit in Deutschland gelebt haben. Aber unsere Hoffnung ist natürlich, daß wir auch noch Kinder anderer Länder in unsere Arbeit einbeziehen. In den nächsten Wochen soll in Amsterdam eine Arbeitstagung stattfinden. Da werden sich, so hoffen wir, alle jene versammeln, , welche bis jetzt diese Notstandsaktion gefördert haben. Vor zwei Jahren dachten diese verschiedenen Komitees in Holland, England,