Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 190)
- Language
- German, English, Hebrew
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Szold, VPeizmann 187 in den skandinavischen Ländern, der Schweiz, Bulgarien, der Türkei, in Südafrika, der Tschechoslowakei usw. nur daran, zu retten, sie dachten nicht an eine Bewegung. Jetzt, da wir mitten darin stehen, da wir wenigstens die ersten Resultate dieses seltenen Experimentes vor uns sehen, denken wir daran, eine Bewegung zu schaffen. Dabei möchte ich hervorheben, daß diese Komitees zum großen Teil sogar aus Nichtzionisten bestehen, die freilich begriffen haben, daß Palästina allein Rettung gewähren kann. Ich möchte ihnen bei dieser Gelegenheit meinen Dank aussprechen, daß sie uns Zionisten Vertrauen geschenkt haben. Vor meiner Abreise aus Palästina vor einer Woche habe ich eine Reise in alle Kwuzoth gemacht, wo sich die Jugendlichen befinden, um mir meine Verantwortlichkeit so recht vor Augen zu führen. Da packte mich der Gedanke an die Kinder, die wir im Laufe der Generationen verloren haben. Ich dachte an die Kinder, die von der Inquisition nach der Insel St, Thomas geschickt wurden, an die Kantonisten in Rußland, an Edgar Mortara in Italien, und ich dachte auch an unsere eigenen Verbrechen, die wir an unseren Kindern dadurch verüben, daß wir noch nicht die Mittel beschafft haben, die Palästina braucht, um das Kinderprohlem, das wichtigste neben dem Einwanderungsproblem, zu lösen. An all das dachte ich. Aber als ich mir die Jugendlichen ansah, kam mir der tröstliche Gedanke: Wir machen hier gut, was die anderen verbrochen haben. Wir sühnen unsere eigene Schuld. Und ich sagte mir weiter: Das ist der Zionismus in seiner Verwirklichung. Wie gut wäre es, wenn wir das Werk so erweitern könnten, daß wir auch noch Kinder unter 15 Jahren, nicht nur für zwei, sondern für vier Jahre übernehmen könnten! Welcher Gewinn wäre das, welches Lob würde uns die künftige Generation spenden! Das wäre, was die Propheten uns verheißen haben: eine Rückkehr der Väter zu den Kindern und der Kinder zu den Vätern (Stürmischer, lang andauernder Beifall). VORS. PRÄS. DR. WEIZMANN (verliest im Anschluß an das Referat von Miß Szold folgenden Brief): „Sehr verehrte liebo Frau Szolcl! Ks ist uns eino aufrichtige Freude, Ihnen von dem Beschluß Kenntnis zu geben, daß im Süden Palästinas eino Siedlung auf Ihren Namen errichtet werden soll. Wir bitten Sie herzlichst, uns Ihr Einverständnis f»V diese Nartumsgobung zu erteilen. Der Beschluß geht auf den tiefgefühlten Wunsch des deutschen Judentums zurück, der Verbundenheit Ausdruck zu goben, die das deutsche Judentum für Sie, sehr verehrte Frau Szold, und für Ihre Arbeit zu Gunsten der jüdischen Jugend empfindet. Die herzliche Sympathie für Sie und Ihr Werk hat die unterzeichneten Organisationen zu diesem Beschluß veranlaßt; Wir haben die feste Zuversicht, daß eine Siedlung, die Chaluzim aus Deutschland und Jugendliche der Jugend-Alijah unter Ihrem Namen zusammenführt, die Kräfte auslösen wird, die ein solche» Werk verlangt. Ihre Unermüdlichkeit, Ihre Treue zum Werk, Ihre Kraft zur Gestaltung neuen jüdischen Lebens sollen uns dabei Vorbild unserer eigenen Verpflichtung sein. Schalom! Reichsvertretung der deutschen Juden Zionistische Vereinigung für Deutschland