Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 187)
- Language
- German, English, Hebrew
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184 5. Kongreß-Sitzung: Referat über Jugend-Alijah Idee gewidmet hat, die anfangs nur bei wenigen Anklang fand und sich so fruchtbar ausgewirkt hat (Beifall). Der Verwaltungsapparat der Jugendbewegung hat in allen Ländern Europas Sammlungen veranstaltet, er leitet die Auswahl der Kinder in Deutschland, er bereitet sie für die Alijah in einem Lager vor. Diu Sammlungen, welche die Arbeitsgemeinschaft veranstaltet hat, wurden von verschiedenen Komitees in den Ländern Europas, Südafrikas und ' der Vereinigten Staaten geleitet. Bis zum Mai dieses Jahres haben sie, einschließlich der Zahlungen der Eltern, die in einem gewissen Prozentsatz erfolgen, die Höhe von 53.000 Pfund erreicht. Damit haben wir 713 Jugendliche nach Palästina gebracht. So viel über den Apparat in Deutschland. Die Funktion des Apparates in Palästina besteht darin, die Stellen £ür die Aufnahme der Jugendlichen aufzufinden. Die erste Arbfit bestand darin, von der Regierung Palästinas die Jugendzertifikate zu erlangen. Es gelang. Die jüdische Katastrophe in Deutschland hat auch in palästinensischen Regierungskreisen einen gewaltigen Eindruck hervorgerufen. So erhielten wir 700 Jugendzertifikate. Sie unterscheiden sich von den übrigen formell dadurch, daß sie auf den Namen des Einwanderungskandidaten ausgestellt werden und daß außer dem Namen auch die Staatszugehörigkeit und das Alter der Jugendlichen der Regierung bekanntgegeben werden muß. Wir haben von den 700 Zertifikaten noch 100, die wir noch nicht benützt haben. Wenn wir dennoch 713 Jugendliche ins Land gebracht haben, so liegt das daran, daß Ben Schemen zum Beispiel das Privilegium besitzt, daß es eigene Zertifikate erwirken kann und daß manche Kinder mit ihren Eltern ins Land kommen. Ueberdies hat uns die Regierung das Privilegium erteilt, auch für Jugendliche, welche älter als 17 Jahre sind (das Alter, mit dem wir rechnen, ist 15 bis 17 Jahre) unter gewissen Voraussetzungen Jugendzertifikate zu verwenden. Von den 713 Kindein befinden sich 120 in Ben Schemen, 41 in der Ahava, die zur Zeit in gemieteten Häusern in Newe Schaanan weilt, aber schon angefangen hat, in der Haifa-Bay auf Keren Kayemeth-Boden ein wunderbares Heim zu errichten, wo Landwirtschaft betrieben wird, sowie in anderen Institutionen, wie zum Beispiel dem Heim der Misrachifrauen, bei Frau Ben Zwi in Talpioth, in zwei technischen Gruppen in Haifa und in 15 Kwuzoth. KEINE PLÄTZE FÜR RELIGIÖSE KINDER! An dieser Stelle möchte ich einen Mangel hervorheben: für die religiösen Kinder haben wir, so paradox es auch klingen mag, nicht genügend Plätze, und ich appelliere an die religiösen Kreise, daß sie diesem Mangel abhelfen mögen. Wir haben eine einzige religiöse Kwuzah, welche diese Aufgabe auf sich genommen hat und sie meisterhaft erfüllt. Wir haben die Haushaltungsschule der Misrachifrauen, sie ist aber zu klein, um allen Anforderungen zu genügen. Wiir mußten swei technische Gruppen in Haifa einrichten, das sind aber städtische Gruppen, und die Jugendlichen wollen ja in die Landwirt-