Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 186)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann* Szold 183 fahren habe, nur auf Sie überleiten. Ich möchte durchsichtig sein wie Glas, damit Sie die Tatsachen und Erfahrungen, die ich aus meiner täglichen Arbeit gewonnen habe, so sehen, wie ich sie erfahren habe. Ich möchte nicht ein Jota hinzufügen, ich möchte nur meine Darstellung so prägnant machen, daß Sie die Gefühle mitempfinden, die ich in täglichem Zusammentreffen mit der Jugend, mit der vorchaluzischen Bewegung in Palästina erlebt habe. DIE ORGANISATION DER JUGEND-ALIJAH. Ich möchte ganz kurz den Verwaltungsapparat dieser Bewegung darstellen. In Berlin befindet sich der Mittelpunkt der Auswanderung, in Jerusalem der Mittelpunkt der Einwanderung. In Berlin gibt es eine sogenannte Arbeitsgemeinschaft, zu der sich drei Partner zusammengefunden haben. Der eine Partner ist eine Institution, die schon sieben bis acht Jaihire in Palästina arbeitet, das allgemein bekannte Ben Schemen. Dann gibt es in Berlin eine zweite geschlossene Institution, die jetzt nach Palästina überführt wird. Obwohl sie sich in Deutschland befand, hatte sie sich ganz auf Palästina eingestellt. Es ist die Ahava, ein Flüchtlingsheim, das im Laufe von zehn bis fünfzehn Jahren viele Kinder gerettet und viele Einwanderer nach Palästina geschickt hat. Als ich die erste Gruppe im Hafen abholte, war« ich erstaunt über den Andrang der Palästinenser, welche gekommen waren, um ihre neuen Genossen zu bewillkommnen. Es waren dies die Vorposten, welche die Ahava schon früher nach Palästina gesandt hatte. Der dritte Partner ist der eigentliche Träger der Bewegung den Jugend-Alijah. Es ist die sogenannte Jüdische Jugendhilfe. Eigentlich sollte sie Jugend-Selbsthilfe heißen, denn sie besteht durchwegs aus» jungen Menschen. Die Jugendhilfe ist eine Föderation aller jüdischen Organisationen unter der Jugend in Deutschland, hauptsächlich jener, die jüdischnational eingestellt sind. Sie besteht vornehmlich aus den Bünden, welche bei der zionistischen Erziehung der Jugend in Deutschland eine so große Rolle gespielt haben. Aus diesen Bünden ersteht uns die Armee, welche wir inzwischen nach Paläst i/ta gebracht haben. Diese Bewegung, welche die Jüdische Jugendhilfe geschaffen hat, ist es, welche die Zehntausende von Jugendlichen in Deutschland, die auf ihre Alijah warten, nach Palästina hinüberführen konnte, jene jungen Menschen, die aus der Volksschule kommen ohne jede Hoffnung auf irgendwelche Weiterbildung, ohne jede Hoffnung auf eine wirtschaftliche Eingliederung in dem Lände, in dem sie geboren und erzogen wurden, dessen Sprache sie sprechen und durch dessen Literatur sie gebildet wurden. Diese Jüdische Jugendhilfe hat ein Netz von Institutionen geschaffen und eine Bewegung inauguriert, wie sie wahrscheinlich noch nie, nicht einmal in unserem erfahrungsreichen jüdischen Leben da war. Ich möchte bei dieser Gelegenheit ganz besonders der Initiatorin dieser Bewegung, Frau Recha Freyer, ein Wort der Dankbarkeit sagen. Sie war es, die diesen genialen Gedanken erfaßt und ihn trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse durchgeführt hat. Wir müssen ihr danken, daß sie sich in so hingebungsvoller Weise einer