Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 185)
- Language
- German, English, Hebrew
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182 5- Kongreß-Sitzung: Referat über Jugend-Alijah PRÄS. DR. CH. WEIZMANN: Bevor ich dem nächsten Redner, Frau Szold, das Wort erteile, möchte ich Frau Szold im Namen der Exekutive, im Namen des Präsidiums und im Namen von vielen Tausenden Zionisten, die nicht im Saale sind, unseren herzlichsten Glückwunsch unterbreiten. Ich möchte unserer Freude darüber Ausdruck geben, daß Frau Szold heute, in ihrem 75. Lebensjahre, frisch und munter, tätig und treu unter uns weilt. Alle, die das Glück hatten, mit ihr zusammen zu arbeiten, können, mögen sie nun in allem mit ihr einverstanden gewesen sein oder möge auch manches sie getrennt haben, sicherlich eines sagen: Was immer sie getan hat, sie tat es aus kristallreinen Motiven, begeistert und getragen von einer hingebenden Treue zu dem Ideal, das ihr in ihrem ganzen Leben vorangeleuchtet hat. Alle, die Gelegenheit hatten, miti ihr in den letzten Stadien der traurigen Entwicklung der deutschjüdischen Frage zu arbeiten, standen stets bewundernd davor, wie sie die großen und die kleinen Dinga mit unerhörter Hingebung und Sorgfalt besorgt und bestellt, im Namen der deutschen Abteilung, die in der abgelaufenen Kongreßperiode unter unseres Freundes Ruppin und meiner Führung stand, entbieten wir ihr unseren Dank (Stürmischer Beifall), Wenn Sie, erehrte Miß Szold, hier das Wort ergreifen, so werden Sie nicht nur zu den Freunden hier sprechen, sondern zu den Tausenden von Männern, Frauen und Kindern, für die Sie in den letzten zwei Jahren ihr Leben eingesetzt haben. Ich erteile Ihnen das Wort. REFERAT ÜBER DIE JUGEND-ALIJAH AUS DEUTSCHLAND. MISS HENRIETTA SZOLD (A.C., mit nicht endenwollendem Beihill begrüßt. Delegierte und Gäste haben sich erhoben und bringen der Rednerin stürmische Ovätionen dar): Sie werden es verstehen und es nur sicherlich nicht übel nehmen, wenn ich nicht die richtigen Worte finde» um für diesen Ausdruck Ihrer Verehrung zu danken. Wäre ich nicht 75 Jahre alt, so könnte ich noch Versprechungen machen und sagen, daß ich trachten werde, den Inhalt Ihrer Worte wahr zu machen. So kann ich nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß dich das wenige, was ich «mit meinen schwachen Menschenkräften tun konnte, zum Heile unseres Volkes und unserer Bewegung auswirken möge. Ich danke Gott, daß es mir vergönnt war, noch in diesem Alter an einer Arbeit mitzuwirken, die nicht nur für unsere Rettung, sondern auch für unsere Ehre Bedeutung hat. Wenn ich daran denke, welche Würde ich bei unseren deutschen Leidensgenossen gefunden habe und daß es mir vergönnt war, dies alles aus nächster Nähe mit anzusehen, so muß ich bescheiden sagen: der liebe Gott hat es mit mir gut gemeint. In dem Augenblicke, da ich mich anschicke, Ihnen einen Bericht über die Jugend-Alijah zu erstatten, bemächtigt sich metner das Gefühl des Vorbeters, wenn er an den hohen Feiertagen vor Mussaf das Gebet spricht, welches die höchste Feier des Tages einleitet. Auch ich möchte all das, was ich in den letzten zwei Jahren gesehen und er-