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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 181

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 181 (sequence 184)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9225-3485376
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Ruppin, Kaplansky 181 Optimismus von damals heute in noch größerem Maße habe. Ich glaube nicht, daß Krächzen zu jeder Zeit und unter allen Verhältnissen zu den notwendigen Eigenschaften eines guten Juden gehört (Heiterkeit). Gerade, weil uns noch Schweres bevorsteht, müssen wir uns auch einmal eine Atempause der Freiide gönnen. Noch vor zehn Jahren konnte man es wagen, zu sagen, daß der Aufbau Palästinas nur eine Marotte von Phantasten sei. Heute ist Palästina im Leben des jüdischen Volkes in einem Maße zur Wirklichkeit geworden, wie niemand von uns es sich vor wenigen Jahren noch träumen ließ. Ohne Palästina märe die Lage der Juden in der Welt ein einziges Grau in Grau. Palästina ist nicht nur das Hauptauswanderungsland für die Juden geworden — es hat in den letzten zwei Jahren doppelt so viel jüdische Einwanderer aufgenommen wie alle anderen Einwanderungsländer zusammen — sondern es ist auch für viele von denjenigen, die nicht nach Palästina auswandern können, der einzige Lichtstrabi in ihrem Leben. Für jeden, der historische und soziologische Zusammenhänge sehen kann, ist es klar, daß nur Palästina in den letzten Jahrzehnten dem immer weiter um sich greifenden Zerfall des Judentums einen gewissen Halt geboten hat. Immer weitere Kreise unserer früheren Gegner beginnen jetzt einzusehen, daß die früher verspottete Illusion eines Uerzl sich wie so viele andere Illusionen in der Weltgeschichte als viel stärker erwiesen hat, als alle Berechnungen und Voraussagen der sogenannten praktischen oder vernünftigen Menschen. Ihnen, als denjenigen, die den zionistischen Gedanken seit Jahren und Jahrzehnten vertreten, ist es sicher eine große seelische Genugtuung, daß Sie den heutigen Zeitpunkt erlebt haben. Aber wir sind bei weitem noch nicht am Ende unserer Arbeit. Je finsterer die Wolken sind, die sich über dem jüdischen Volke in den Ländern des Galuth zusammenballen, um so größer und um so dringender ist unsere Aufgabe. Sie müssen weiter die Fackelträger Palästinas in der Welt sein und nicht ruhen und rasten, als bis der zionistische Gedanke einen endgültigen Sieg bei den Juden der Welt und in Palästina errungen hat (Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Beifall). VORS. VIZEPRÄSIDENT ING. S. KAPLANSKY (hebräisch): Es ist zwar bei uns nicht Brauch, den Referenten zu danken, aber Dr. Ruppin hat nicht nur über die 25 Jahre Kolonisationsarbeit referiert, sondern er steht auch während dieser ganzen Zeit an der Spitze dieser Arbeit. Für seine glänzenden Leistungen, die wir in dieser Zeit kennen und schätzen gelernt haben, danken wir ihm von dieser Stelle aus (Lebhafter Beifall). Die Sitzung wird sodann für eine Viertelstunde zwecks Vornahnte einer Sammlung zur Eintragung des verstorbenen langjährigen Kongreßpräsidenten Leo Motzkin in das Goldene Buch des K.K.L. unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung übernimmt Präsident Dr. Weizmamn die Leitung der Sitzung. In der Sitzungspame ist die Rednertribüne zu Ehren des nächsten Referenten, Miß Henrietta Szold, mit Blumen geschmückt worden.

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