Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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180 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Pal ästin aar b^it Die englische Regierung, die seit den Zeiten Cromwells immer Sympathie und Verständnis für die Juden gezeigt hat, hat einen besonderen Anspruch auf unser Vertrauen. Wir müssen ihr entgegentreten, wenn sie gegen den Geist des Mandates handelt, aber auch dankbar anerkennen, wenn sie sich bemüht, das Mandat auszuführen. Wir können sagen, daß die Regierung in den letzten Jahren mehr Verständnis für unsere berechtigten wirtschaftlichen Wünsche gezeigt hat als früher, aber nach unserer Meinung bei weitem nicht genug. Die jüdischen Einwanderer sind für den palästinensischen Treasurer ebenso eine Goldgrube* wie es die Goldminen für Südafrika oder die Petroleumquellen für Irak und Iran sind. Die palästinensische Regierung würde nicht in den letzten fünf Jahren ihr Budget jedes Jahr mit einem hohen Ueberschuß abgeschlossen und eine Reserve von 6 Millionen Pfund angesammelt haben, wenn nicht durch die jüdische Einwanderung ein Goldregen über das Land dahingegangen wäre. Hei aller Anerkennung für das, was die palästinensische Regierung auf dem Gebiete des Wegebaues, der Sanierung, der Sicherheit für Jas Land getan hat, müssen wir doch sagen, daß die speziellen jüdischen Interessen in viel&i Vollen zu kurz kommen. Es bedurfte erst der großen Regengüsse in diesem Winter, die manche Siedlungen \ on jeder Verbindung mit der Außenwelt abschnitten, um den Bau der längst als notwendig erkannten Chaussee von Haifa nach Jaffa der Verwirklichung näher zu bringen. Wir sind der Ansicht, daß die Regierung, die ihre Ueberschüsse zum allergrößten Teil — um nicht zu sagen, ausschließlich — der jüdischen Einwanderung verdankt, auch den Bedürfnissen dieser jüdischen Einwanderung in besonderem M:;ße Rechnung tragen soll. Das kann sie dadurch tun, daß sie den landwirtschaftlichen Siedlungen Zufahrtswege schafft, bei der Auffindung von Wasser mithilft, die sanitären Bedingungen verbessert und dadurch unsere Siedlungen in den Stand setzt, neue Einwanderer aufzunehmen. DIE ZUKUNFT. Ich habe mich in meinen Ausführungen bemüht, Ihnen ein wahrheitsgetreues Bild unserer wirtschaftlichen Lage zu geben und auch die Schattenseiten nicht zu verschweigen. Ich bin mir klar darüber, daß wir noch immer nicht sagen können: das jüdische Volk hat wieder eine Heimat gefunden. Wenn trotzdem meine Ausführungen von Optimismus und Zuversicht getragen sind, so liegt das wohl darin, daß ich nicht immer nur darauf sehe, was uns noch fehlt, sondern auch auf das, was wir erreicht haben. Als ich im Jahre 1908 die Vertretung der Zionistischen Organisation in Palästina übernahm, stand so gut wie nichts hinter uns. Wir hatten kein Geld, wir hatten die türkische Regierung gegen uns, wir hatten keine vorgebildeten Siedler, hatten einen erwerbstätigen Jischuw von wenigen Tausenden, und die überwältigende Mehrheit der Juden in der Welt stand gleichgültig oder feindlich zu unseren Plänen. Ich habe auch damals nicht verzagt und im Glauben an den, wenn auch in weiter Zukunft liegenden Sieg, die 'Arbeit begonnen. Sie werden es deshalb verstehen, wenn ich den