Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rupf in 177 Als wir im Jahre 1920 die Arbeiterbank gründeten und ihre Verwaltung den Arbeitern anvertrauten, wurde dies uns überall als Leichtsinn vorgehalten. Es sei doch sicher, daß die Arbeiter an ihre Genossen rechts und links Kredite geben und das Kapital der Bank in kurzer Zeit verlieren würden. Was sagt die Wirklichkeit? Die Arbeiterbank besteht jetzt 15 Jahre, hat ihren Tätigkeitskreis ständig erweitert, ist das wichtigste Kreditinstitut für unsere landwirtsc/mftlichen Siedlungen und für industrielle Kooperativen geworden und steht in ihren Solidität keiner anderen Bank nach. Im Gegenteil, wenn ich Kritiken über die Bank höre, so gehen sie in der Richtung, daß sie die Vorsicht in der Kreditgewährung zu weit treibt. Wir gründeten 1908 die Palestine Land Development Company, Wir betrachteten sie als eine Bodenkaufsgesellschaft, die zwar die Erzielung eines angemessenen Gewinnes nicht aus den Augen verlieren, aber in erster Linie bei ihren Bodenkäufen sich von nationalen Interessen leiten lassen müsse. Sie sollte Pionierdienste leisten und auch solchen Boden kaufen, der für das private Kapital nicht anziehend war. Nur weil die P.L.D.C., trotz ihres bis vor kurzem sehr kleinen Kapitals, führend und vor Risiken nicht zurückschreckend, voranging, konnten die ersten Böden im Emek, die Haifa-Bay, der Karmei, der Kern des Hadar Hakarmel, der Strand von Tel Aviv, die neuen jüdischen Stadtteile in Jerusalem und neuerdings die Hule-Böden erworben werden. Aber wieviel Kritik hatte die Tätigkeit dieser Gesellschaft zu erleiden, weil sie angeblich nicht genügend geschäftlich und vorsichtig arbeitete? Die Gesellschaft ist, oft unter größten Schwierigkeiten, ihren Weg gegangen und hat dank der nie versagenden Initiative von Jehoschua Hankin und der unermüdlichen Arbeit von Dr. Jakob übon die Schwierigkeiten überwunden. Sie steht heute mit einem Aktienkapital von fast 200.000 Pfund, mit großen Reserven, als eine der bestfundierten Gesellschaften da. Die Kritiker haben Unrecht behalten, so wie sie meiner vollen Ueberzeugung nach Unrecht behalten werden, wenn sie die Eriverbwig der Hule-Konzession durch die P.L.D.C. als ein zu kostspieliges Unternehmen angreifen. Es wäre ein Verbrechen seitens der P.L.D.C. gewesen, wenn sie eine vielleicht nie wiederkehrende Gelegenheit, Boden zur Ansiedlung von 2000 jüdischen Familien zu erp werben, verpaßt und darauf spekuliert hätte, daß man die Konzession auch noch später und vielleicht billiger erwerben könne. Wo nationale Interessen auf dem Spiele stehen, kann man sich den Luxus solcher Spekulationen ä la baisse nicht erlauben. EINWANDERUNG DEUTSCHER JUDEN. In den letzten 2l/2 Jahren war die Einwanderung von Juden aus Deutschland ein wesentlicher Faktor in der Entwicklung Palästinas. Etwa 25.000 Juden sind seit dem Hitler-Umsturz aus Deutschland gekommen und haben schätzungsweise ein Kapital von 6 bis 8 Millionen mit wertvollen Fachkenntnissen, besonders industrieller Art, mit sich gebracht. Die zur Erleichterung dieser Einwanderung unter dem Vor- 12