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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 176

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 176 (sequence 179)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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176 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Palästinaarbeit liehen Verhältnisse in Palästina so rasch ändern. Die Gesellschaften müssen ihre besten Leute nicht in Europa oder Amerika halten, sondern sie nach Palästina schicken und ihnen erlauben, die Geschäfte nach ihrem eigenen Ermessen zu führen. Das hat nicht nur den Vorteil, daß die Geschäfte unter viel besserer Kenntnis aller Einzelheiten getätigt werden, es führt auch ein anderes Verhältnis zwischen den palästinensischen Kunden und der Gesellschaft herbei. Ich weiß nicht, ob sogar bei der Verwaltung von Gesellschaften rein kapitalistischen Charakters eine Verwaltung vom Auslande her heute noch praktisch ist; aber in jedem Falle ist sie dort nicht mehr am Platze, wo es sich nicht nur darum handelt, Profite zu erzielen, sondern Menschen schonend zu behandeln und in ihnen die Arbeitsfreude aufrecht zu erhalten. Die palästinensischen Kunden, insbesondere die landwirtschaftlichen Siedler, haben ein viel höheres Vertrauen zu dem Mann, der die ganze Verantwortung für alle Geschäfte auf sich nimmt, als für einen Beamten, der nur eine Durchgangsstation für Beschlüsse ist, die einige tausend Kilometer entfernt gefaßt werden. Es ist auch für die leitenden Beamten selbst, und gerade für die besten unter ihnen, auf die Dauer ein unerträglicher Zustand, daß ihre wohlerwogenen Vorschläge durch irgendeinen Zufall von der übergeordneten Stelle verworfen werden können. Ich bin der Ueberzeugung, daß wir unsere Erfolge zu einem großen Teil der Tatsache verdanken, daß die Zionistische Organisation der von ihr erwählten Exekutive während ihrer Amtsdauer ganz große Vollmachten gibt und sie nicht von einer übergeordneten Instanz in Europa oder Amerika abhängig macht. Wir erkennen gern an, daß in den letzten zehn Jahren auch neben der Zionistischen Organisation andere Gesellschaften an der Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie großen Anteil genommen haben, aber es ist eine Tatsache, daß diese Gesellschaften sich diejenigen Arbeitszweige aussuchten, bei denen es sich nicht mehr um Pioniertätigkeit, sondern um relativ sichere Geschäfte handelte. Ein großer Teil der Tätigkeit dieser Gesellschaften wäre unmöglich gewesen, wenn nicht die Zionistische Organisation, gestützt durch Keren Hajessod und Keren Kayemeth, vorangegangen wäre und die wirtschaftlichen Grundlagen geschaffen hätte. Es ist ein Ruhmestitel der Zionistischen Orgtoi nisation, daß sie ihre Tätigkeit nicht dem Profitinteresse untergeordnet hat. Wir mußten oft in Unternehmungen hineingehen, die nur 51 Prozent Chance des Gelingens hatten. Dazu gehört allerdings Mut. Es ist viel leichter, zu warten, bis aus der 5iprozentigen Chance eine 9oprozentige oder 99prozentige Chance geworden ist, und dann erst in Tätigkeit zu treten. Aber wären wir den Kritikern gefolgt, die immer nur die 49prozentigen Chancen des Mißlingens sahen, so wäre Palästina bis heute ein judenleeres Land geblieben. Lassen Sie mich an zwei Beispielen zeigen, daß wir gerade mit unseren Methoden Erfolge erzielten, die wir mit rein kapitalistischen Methoden sicher nicht erzielt hätten. Das eine Beispiel ist die Arbeiterbank, das zweite die Palestine Land Development Company.

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