Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 178)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin 175 ten überlastet, daß sie eine Stelle brauchen, die für sie in Wirtschaft-' liehen Fragen — na, ich will nicht sagen, das Denken, aber das wirtschaftliche und systematische Nachdenken besorgt und sie zu jeder neu auftauchenden Frage mit Argumenten pro und contra versieht. Sie werden in dem Ihnen von Herrn Kaplan vorzulegenden Budgetvorschlag einen Posten finden, der die Einrichtung dieser Stelle für W'irtschdftsforsckung und Planung ermöglichen soll. HOLDING COMPANY. Die vom Keren Hajessod gegründete General Morigage-Bank hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung erlebt. Es ist ihr gelungen, zugleich mit einer Erhöhung ihres Aktienkapitals viele Hunderttausende Pfund festverzinsliche Debentures an Kapitalisten im Ausland und in Palästina zu-verkaufen. Es zeigt sich, daß das Vertrauen zu Palästinas Entwicklung so gewachsen ist, daß wir für unsere wirtschaftlichen Gesellschaften Leihkapital zu mäßigem Zinsfuß von jüdischem und von internationalem Kapital bekommen können. Nicht, nur die General Mortgage-Bank, sondern auch die Anglo-Palestine- Bank, die Palestine Land Development Company, die Workers Bank — nicht zu reden von anderen, nicht unserer Kontrolle unterliegenden palästinensischen Gesellschaften — haben in der letzten Zeit erhebliche Beträge von Aktien oder Obligationen ausgegeben. Trotz dieser Erfolge scheint mir noch immer ein Vorschlag erwägenswert, den ich bereits 1923 in Amerika vorgebracht habe: die Gründung einer Holding- Company, welche die zentrale Finanzierungsstelle für alle unsere wirtschaftlichen Gesellschaften werden soll. Mein Vorschag hat damals den Anstoß zur Gründung der Palestine Economic Corporation gegeben; bisher hat aber diese Gesellschaft nur mit ihrem eigenen Kapital gearbeitet und hat sich nicht — oder noch nicht — zu der Holding Company entwickelt, welche die Obligationen der einzelnen palästinensischen Gesellschaften erwirbt und entweder diese selbst — unter ihrer Garantie — auf den Markt bringt oder gegen diese Papiere ihre eigenen Obligationen emittiert. Sie würde dadurch ein einheitliches Wertpapier schaffen, das für das jüdische Publikum ein Standard^Anlagepapier werden könnte und leichter börsenfähig sein würde als die Obligationen der einzelnen Gesellschaften. METHODEN DER VERWALTUNG, Palästina wurde bisher von manchen Organisationen, die dort arbeiten, als ein Kolonialland angesehen. Nicht die Beamten in Palästina, sondern die Leiter der Gesellschaften in Europa und Amerika behielten sich das Recht vor, die Tätigkeit zu bestimmen. Ich glaube, daß Palästina jetzt mündig geworden ist und diese Vormundschaft nicht mehr nötig hat. Es ist unmöglich, daß Leute, die mit dem palästinensischen Leben ohne Kontakt sind, besser wissen sollen, was in Palästina notwendig ist als diejenigen, die dort dauernd wohnen. Das gilt besonders in der gegenwärtigen Epoche, wo sich die Wirtschaft-