Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 177)
- Language
- German, English, Hebrew
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174 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Palästfnaarbeit welche eine Bank gewöhnlich verlangt, nicht bieten, Aber es ist die Frage, ob nicht die persönliche Sicherheit, die sie in ihrer technischen Erfahrung, erprobten Tüchtigkeit und Ehrlichkeit bieten, manchmal ebensoviel wert ist wie eine auf Sachgüter basierte Sicherheit. Wäre unser einziges Ziel bei einer Kreditgewährung die Erzielung von Gewinnen, so könnten wir es unter Berufung auf das größere Risiko rechtfertigen, diese Industriellen ihrem Schicksal zu überlassen. Aber da wir das größte Interesse daran haben, jeden gesunden Keim einer Industrie zur Entwicklung zu bringen, so scheint es mir geboten, hier mehr zu tun, als was bei rein bankmäßiger Behandlung üblich ist. Wir haben hier einen Parallelfall zur Landwirtschaft vor uns: wie die landwirtschaftlichen, so sind auch die industriellen Pioniere nicht von Anfang an bankreif, sondern können es nur allmählich werden. Wir haben zur Klärung dieser Fragen einen bestbekannten Fachmann in Palästina beauftragt, uns ein Gutachten zu erstatten und alle Argumente pro und contra zusammenzustellen. Ueber die beste Form der Kreditgewährung kann man streiten, aber in der Sache selbst muß bald etwas geschehen. ABTEILUNG FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG UND PLANUNG. Die wirtschaftlichen Probleme, welche die Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie uns aufgeben, sind so mannigfaltig, daß es nicht mehr möglich ist, zu ihnen in richtiger Weise Stellung zu nehmen, wenn wir nicht eine Stelle schaffen, welche alles wirtschaftliche Material sammelt, bearbeitet und fehlendes Material durch eigene Enqueten beschafft. Nur auf diese Weise werden wir davor bewahrt bleiben, in wichtigen Fragen, z. B. in Zoll- und Steuerfragen oder bei Abschluß von Handelsverträgen mit den Nachbarstaaten oder bei Verkehrsfragen (Eisenbahn, Straßenbau), der Regierung uninformiert gegenüber zu stehen oder auf in der Eile zusammengeraffte Informationen angewiesen zu sein. Auch für die halbjährliche Diskussion über den Labour-Schedule können die Arbeiten einer solchen Stelle großen Nutzen bringen. Aber sie soll darüber hinaus allmählich auch eine allgemeine wirtschaftliche Survey oder Wirtschaftskarte Palästinas schaffen. Wir haben uns auf Veranlassung der Herren Israel Sieff und Josef L. Cohen im letzten Jahre in einem kleinen Komitee mit der Frage beschäftigt, ob und wie ein allgemeiner Wirtschajtsplan aufgestellt werden kann, und sind zu dem Schlüsse gekommen, daß die Ausarbeitung eines Planes nicht von heute auf morgen möglich ist, sondern eine Reihe von Vorarbeiten durch ein Gremium von wirtschaftlichen Sachverständigen verlangt. Diese Vorarbeiten müssen nicht nur Palästina, sondern auch die Nachbarstaaten umfassen, die als Produzenten und Konsumenten das Wirtschaftsleben Palästinas beeinflussen. Wir haben jetzt in Palästina, hauptsächlich durch die Einwanderung aus Deutschland, junge Nationalökonomen von hohem Rang, und es gilt, sie zu einer gemeinsamen Arbeit im obigen Sinne zusammenzufassen. Die unglücklichen Mitglieder der Exekutive sind so mit täglichen Geschäf-