Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 176)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin 173 Industrie die Voraussetzung für eine größere Einwanderung ist und daß die vergrößerte Einwanderung durch Erhöhung des Bedarfes an denjenigen Industriewaren, die nicht in Palästina hergestellt werden können, sondern importiert werden müssen, den Ausfall an Zöllen wieder wett macht. TOZERET HAAREZ. Die jüdische Industrie hat in Palästina noch ein Asset: die Bereitschaft der Juden, die Produkte der jüdischen Industrie „Tozeret Hajischuw" vor anderen Produkten zu bevorzugen. Diese Bereitschaft kann auf viele Jahre hinaus der jüdischen Industrie eine wichtige Stütze sein. Sie mag sogar dazu führen, die Käufer über kleine Unterschiede in Preis und Qualität hinwegsehen zu lassen. Aber es mußt m. E. ein Schutz dagegen geschaffen werden, daß diese lobenswerte Bereitschaft des Jischuw nicht mißbraucht wird. Nicht jede Ware, mag sie noch so schlecht oder teuer sein, soll von der Sympathie des Jischuw profitieren, sondern nur Waren, die von einer Preis- und Qua- Htäts-Prujungsstelle, in der außer den jüdischen Produzenten auch die Konsumenten vertreten sein müssen, genehmigt und durch eine besondere Schutzmarke kenntlich sind. INDUSTRIEBANK. Sie wissen, daß wir seit vielen Jahren eine Diskussion darüber führen, ob zur Förderung der Industrie die Gründung einer Industriebank, oder richtiger gesagt, einer Industrial-Development Company zweckmäßig ist. Mehrere Kongresse haben sich dafür ausgesprochen, aber die Ausführung ist bisher aus Mangel an Mitteln unterblieben. Inzwischen hat der Indasiriellenverband aus sich heraus eine Bank zur Gewährung kleiner industrieller Kredite gegründet und die Abteilung für die Absiedlung deutscher Juden hat einen Teil der Kredite an deutsche Juden, die kleine Industrien schufen oder schaffen wollen, über diese Bank geleitet; aber die Bank kann infolge ihrer, geringen Mittel ihre Tätigkeit nicht ausdehnen. Sie verlangt jetzt vom Keren Hajessod oder der Anglo-Palestine Bank zusätzliches Kapital. Auch der Economic Board in London und die Palestine Economic Corporation in New York haben Kredite an industrielle Unternehmungen gegeben oder sich an ihnen beteiligt. Schließlich hat unsere Anglo-Palestine Bank eine besondere Abteilung für Industriekredite errichtet. Es ist von manchen Seiten behauptet worden, daß bei dieser Sachlage die Schaffung einer besonderen Industriebank oder Industriell Development Company überflüssig oder sogar schädlich sei, weil sie £ur Gründung unseriöser Unternehmungen ermutigen werde. Ich habe den Eindruck, daß bisher noch manche berechtigten Wünsche von Industriellen auf finanzielle Hilfe oder in bezug auf Langfristigkeit der Kredite unbefriedigt bleiben. So haben z. B. viele Einwanderer aus Deutschland ausgezeichnete Erfahrungen in Industrien, die in Palästina durchaus gute Aussichten haben; aber sie besitzen keine oder zu geringe Mittel und können die vermögensrechtlichen Sicherheiten,