Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 174)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin 171 mit 23.000 und die Jahresproduktion mit fast 7 Millionen Pfund angeben. Einschließlich Frauen und Kinder leben zirka 60.000 bis 70.00a pidische Personen von Industrie und Handwerk, Dabei enthält diese Zahl nicht die bei Bauten und öffentlichen Arbeiten beschäftigten Arbeiter, die 14.000 beträgt. Die Industrie einschließlich Bauwesen und öffentliche Arbeiten ernährt heute mehr als ein Viertel des gesamten Jischuw. Diese Entwicklung wurde erreicht dank der großen Initiative und der vielseitigen Fachkenntnisse unserer Einwanderer, die sich in dem Industriellen-Verband eine wirksame Vertretung ihrer Interessen geschaffen haben. Natürlich sind nicht alle Unternehmungen, die begonnen wurden, gelungen, und noch nicht alle bestehenden können als konsolidiert angesehen werden. ANTIDUMPING-GESETZ. In der neuesten Zeit hat sich die Lage vieler Industriezweige dadurch verschlechtert, daß eine Reihe von Ländern angefangen hat, Palästina als Dumpingplatz für ihre Erzeugnisse zu benützen und dorthin Waren weit unter dem Preise zu verkaufen, zu welchem diese Produkte in ihrem Ursprungsland selbst abgesetzt werden, oder die Produktionskosten der Ware durch Lohndruck und Kinderarbeit so zu senken, daß sie jede Konkurrenz ausschließen. Es ist klar, daß eine junge Industrie eine solche Konkurrenz nicht ertragen kann, und Aniidumping-Mabnahmen sind deshalb eine gebieterische Notwendigkeit, wenn wir die vom Dumping betroffenen Industrien am Leben erhalten wollen. Leider ist, wie Sie wissen, Palästina durch den Art. 18 des Mandates zur Meistbegünstigung gegenüber allen Staaten des Völkerbundes verpflichtet und ist nicht frei in der Festsetzung der Zölle gegenüber jedem einzelnen Lande. Der Art. 18, der vor 13 Jahren, als viele Staatsmänner noch an den Segen des Freihandels glaubten, vernünftig erschien, ist heute in einer Welt^ die von Protektionszöllen, Prohibitivzöllen und Kontingentierungen strotzt, völlig veraltet und ist zu einem Fluch für unsere Industrie geworden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Völkerbund die Absicht hat, Palästina in dieser Weise wirtschaftlich verkrüppeln zu lassen. Palästina muß, wenn schon nicht die Möglichkeit zu Handelsverträgen mit allen einzelnen Staaten, so zum mindesten die Möglichkeit eines Antidumping-Gesetzes bekommen, das sich gegen diejenigen Staaten richtet, die in unfairer Weise Palästina als Dumpingplatz benützen. Es kann nicht ohne Widerspruch hingenommen werden, daß vor kurzem ein Land in einem Monat für 80.000 Pfund Waren zu Dumpingpreisen nach Palästina" exportiert und nur für 1 Pfund — sage und schreibe — ein Pfund Waren von Palästina bezogen hat. ZOLLPOLITIK. Wenn wir diese unfaire Konkurrenz des Auslandes beseitigen und nur mit der normalen Konkurrenz anderer Staaten zu tun haben, so hängt die Zukunft unserer Industrie davon ab, in welchem Maße es ihr gelingen wird, importierte Waren durch einheimische Produktion