Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 173)
- Language
- German, English, Hebrew
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170 j. Kongreß-Sitzung: Referat über 2$ Jahre Palästinaarbeit lische Regierung durch den damaligen Premierminister Ramsay MacDonald den bekannten Brief an Dr. Weizmann schrieb, in welchem auf unser Ersuchen eine Prüfung der „landless"-Frage durch einen hohen englischen Richter zugesichert wurde. Das Ergebnis dieser Prüfung war, daß — mit Ausnahme von Emek Chefer, wo die dort herrschende Malaria eine Besiedlung des Gebietes unmöglich gemacht hätte, wenn die früheren Pächter auf dem Boden geblieben wären, und wir deshalb die Pächter durch hohe Geldabfindungen befriedigten — insgesamt seit dem Weltkriege nur etwa 500 Araber infolge unserer Bodenkäufe die Landwirtschaft aufgegeben haben. Sie alle haben von uns, obwohl wir dazu gesetzlich nicht verpflichtet waren, Abfindungen bekommen und die meisten haben sich damit wahrscheinlich in anderen Berufen eine viel bessere Existenz geschaffen. Die jüdische Siedlungstätigkeit hat den Arabern wirtschaftlich nicht geschadet, sondern genützt. Es ist nur nötig, die Lage des Fellachen in Palästina mit der des Fellachen in Transiordanien, Syrien, Aegypten, Cypern zu vergleichen, um zu erkennen, daß der Fellache in Palästina unli besonders in der Nähe der jüdischen Siedlungen viel, viel besser daran ist und als Arbeiter einen doppelt und dreifach so hohen Lohn erhält wie in den genannten Ländern. Eine sehr große Zahl von Arabern, die früher zu den Aermsten gehörten, sind dadurch, daß sie einen Teil ihres Bodens an Juden verkauften, in den Stand gesetzt worden, Orangen zu pflanzen und sind dadurch reich geworden. Wir haben erst kürzlich bei der Erwerbung der Hule-Konzession durch die Tat bewiesen, daß wir die arabischen Landwirte nicht vom Boden verdrängen wollen. Der frühere arabische Konzessionär war verpflichtet, den bisherigen Pächtern 10.000 Dunam gegen Zahlung der Kosten der Amelioration in Pacht zu überlassen, wir dagegen haben uns bereit erklärt, ihnen 15.000 Dunam ameliorierten Boden unentgeltlich zu Eigentum zu übergeben, was für uns ein gewaltiges finanzielles Opfer bedeutet. Wir werden auch in Zukunft bei unserer Kolonisation das Prinzip wahren, daß wir die bisherigen Bearbeiter des Bodens nicht aus der Landwirtschaft verdrängen, sondern durch verbesserte landwirtschaftliche Methoden auf demselben Boden für sie und für uns Raum schaffen. INDUSTRIE-ENTWICKLUNG. Unsere Industrie hat sich im letzten Jahrzehnt mächtig ausgedehnt, obwohl sie mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Vor dem Weltkriege war überhaupt keine nennenswerte Industrie vorhanden. Nach einer Regierungsenquete waren im Jahre 1927 in Industrie lind Handwerk insgesamt 17.000 Personen (Juden und Nichtjuden) erwerbstätig, die Waren im Werte von 3,900.000 Pfund erzeugten. Die Juden waren schätzungsweise hierbei mit 8000 bis 9000 Personen und einer Jahresproduktion von- 2,300.000 Pfund beteiligt. Im Jahre 1933 war die Zahl der erwerbstätigen Juden in Industrie und Handwerk auf 19.600 mit einer Jahresproduktion von 5V2 Millionen Pfund gestiegen, und heute kann man die Zahl der Erwerbstätigen