Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 171)
- Language
- German, English, Hebrew
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168 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Palästinaarbeit den für nicht weniger als für 238.000 Pfund Milchprodukte vom Ausland eingeführt. Von dem Verbrauch an Eiern im Jahre 1934 lieferten jüdische Produzenten höchstens 15 Millionen, dagegen das Ausland 57 Millionen im Werte von 105.000 Pfund! Der Import von Schlachtvieh belief sich auf 262.000 Stück im Werte von 335.000 Pfund. Natürlich deckt dieser Import nicht nur den jüdischen Bedarf, sondern auch den der nicht jüdischen Konsumenten; aber ein sehr großer Teil des Imports entfällt auf den jüdischen Konsum, und außerdem würden wir auch an die nichtjüdischen Konsumenten verkaufen, sobald wir mit den importierten Produkten im Preise konkurrieren können. Dazu kommt noch, daß die jüdische Einwanderung jedes Jahr den Bedarf an landjvirtscbaf Hieben Produkten vergrößert. Ich schätze, daß zur Versorgung von 50.000 jüdischen Einwanderern mindestens, je nach der Wirtschaftsform, 5000 bis 10.000 Leute landwirtschaftliche Produkte erzeugen müssen, ganz abgesehen davon, daß der Orangen- und Weinexport jüdische Landwirte beschäftigt. Hier ist eine Chance, die wir unter allen Umständen für uns ausnützen müssen. BODEN UND WASSER. Es bleibt die Frage, woher wir den Boden für die zukünftige Absiedlung bekommen werden. Sie wissen, daß der Kauf von Boden in Palästina immer schwieriger wird und daß, wenn Boden auf den Markt kommt, exorbitante Preise verlangt werden. Wir setzen zwar unsere Bemühungen in bezug auf Bodenkauf fort und lassen auch T,ransfordanien nicht aus den Augen. Aber ich glaube, wir müssen zu gleicher Zeit ernsthaft nach neuen Wegen suchen, Boden für unsere Ansiedlung verfügbar zu machen. Wir haben bisher nur Boden erworben, der Wasser in der Form von Regen vom Himmel erhält oder aus nicht zu großer Tiefe des Untergrundes oder von nahen Quellen und Flüssen bewässert werden kann. Wasser und Boden stehen in Palästina in einem bestimmten Verhältnis: je mehr Wasser der Siedler zur .Verfügung hat, um so weniger Boden braucht er; man rechnet, daß ein Boden mit Sommerbewässerung fünfmal soviel Ertrag gibt als ohne solche Bewässerung. Daraus ergibt sich die Nots-; wendigkeit, erstens durch Erschließung von mehr Wasser den bereits : in unserem Besitz befindlichen Boden für die Ansiedlung einer gröj ßeren als der jetzigen Zahl von Familien aufnahmefähig zu machen; zweitens, Boden, der noch nie bearbeitet worden ist und unter den \ jetzigen Verhältnissen auch nicht mit wirtschaftlichem Erfolg be-; arbeitet werden kann, durch neue Methoden, besonders durch künst- I liehe Bewässerung, für die Kultur zu gewinnen. Von dem gesamten \ Boden Palästinas, 26,000.000 Quadratkilometern, ist heute nur der j kleinere Teil bearbeitet. Der andere Teil, teils steiniger Gebirgsboden, 1 teils Dünen, teils wüstenartige Steppe mit weniger als 100 mm Regen- \ fall, ist noch nie von eineml Pfluge berührt worden. Würden wir in { Palästina Boden nur auf Grund von sicheren Erträgen kaufen, so jj wäre es mir zweifelhaft, ob wir an die kostspieligen und unsicheren