Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 166

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 166 (sequence 169)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9210-3485361
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

166 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Palästinaarbeit 100 bis 150 Dunam unbewässerten oder 25 Dunam bewässer-ten Bodens betrachtet. Wir haben jetzt infolge der besseren Marktverhältnisse in Palästina diese Fläche reduzieren können und sind dort, wo der ganze Boden bewässerbar ist, bis auf 20 und in Fällen, wo der bewässerbare Boden neben einer Stadt liegt, bis auf 15 Dunam heruntergegangen. Der Leiter unserer Versuchsabteilung, Herr J. Wilkansky, ist seit einigen Jahren zusammen mit seinem Bruder Mordechai Wilkansky, den ein schreckliches Geschick uns kürzlich entriß, mit praktischen Versuchen beschäftigt, um eine Wirtschaftsform zu finden, die auf einer bewässerten Fläche von 12 Dunam und auf der Grundlage von Wirtschaftszweigen, die schon im ersten Jahre Ertrag geben — also ohne Baumpflanzungen — dem Siedler eine ausreichende Existenz gewährt. Wir hoffen, im nächsten Jahre aus diesen Versuchen praktische Schlüsse ziehen zu können. Verschiedene private Siediungsgesellschaften wollen unter Anwendung vervollkommneter technischer Einrichtungen die Fläche noch weiter bis auf 10 oder 5 Dunam verringern. Wir verfolgen diese Versuche mit Interesse und Sympathie. Wir können sie aber, bevor sie die Feuerprobe der Wirklichkeit bestanden haben, nicht zur Basis unserer Siedlungstätigkeit machen, besonders, da die unumgänglichen Voraussetzungen für jeden Versuch dieser Art, nämlich großer Wasserreichtum und Stadtnähe, nicht überall in Palästina vorhanden sind. KRISENFESTIGKEIT. Wenn wir mit Befriedigung darauf hinblicken können, daß es uns gelungen ist, unsere Siedlungen in die Linie aufsteigender Entwicklung zu bringen, so wäre es falsch, die Augen davor zu verschließen, daß auch diese Leistung wie jede menschliche Leistung von Gefahren umgeben ist. Wir sind in keiner Weise sicher, daß das heutige Preisniveau für landwirtschaftliche Produkte sich auch in der Zukunft halten wird. Schon heute schickt der Iraq mit Lastautomobilen große Mengen von Eiern und Geflügel zu niedrigen Preisen nach Palästina, und mit dem Ausbau der Verbindungen nach diesen Ländern mit niedrigem Preisniveau kann der Import sich auch auf andere landwirtschaftliche Produkte erstrecken. Wir müssen deshalb beizeiten darangehen, unsere Wirtschaft für die Zeiten einer Depression vorzubereiten, sie krisenfest zu machen. Diese Frage der Krisenfestigkeit ist zur Zeit unser Hauptproblem. Wir suchen sie zu lösen, indem wir durch unsere Versuchsstation die Möglichkeit der Erhöhung der Produktion und der Herabsetzung der Produktionskosten* z. B. in bezug auf die Futterration für die Tiere, in bezug auf die notwendige Wassermenge für bewässerte Kulturen studieren. Aber wir sind noch mitten drin in diesen Vorbereitungen. So sehr wir das Recht haben, uns über die bisherigen Fortschritte unserer Siedlungen zu freuen, so wenig haben wir Grund zu glauben, daß wir nun auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Jedes landwirtschaftliche Unternehmen steht in einem ständigen Kampf mit der Natur, mit der Umwelt und insbesondere

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.