Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 167)
- Language
- German, English, Hebrew
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164 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Palästinaarbeit gebracht hat, sich mit Begeisterung der Landwirtschaft zu widmen, und das bis in die Galuth-Länder wie eine Fanfare erklingt. SACHVERSTÄNDIGE. Es war ein Unglück für unsere Kolonisation, daß, wenn man uns Sachverständige schickte, es solche waren, die in einem bestimmten anderen Lande Kolonisation getrieben hatten (natürlich nicht mit Juden) und die nicht elastisch genug waren, um sich auf ein anderes Siedl crmaterial und andere Landesverbältmsse umzustellen, sondern unsere Kolonisation coute que coute in das Prokrustes-Bett ihrer andersartigen Erfahrung zwängen wollten. Wir mußten diesen Sachverständigen gegenüber schweigen; denn unsere Stimme wäre bei ihrem großen Ansehen in ihren Heimatländern wirkungsvoll verhallt. Aber heute, wo es sich nicht mehr um Meinungen handelt, sondern, wo wir uns auf Tatsachen stützen können, wäre es ein Unrecht an unseren Siedlern, wenn wir nicht öffentlich feststellen wollten, daß in den wichtigsten Fragen nicht diese Sachverständigen, sondern unsere Siedler Recht behalten haben. Nicht weniger als durch diese technischen Sachverständigen haben wir durch die Juden gelitten, Zionisten und Nichtzionisten, die auf Grund ihrer sozialen Stellung sich berechtigt fühlten, unsere Kolonisation zu kritisieren. Ich rede dabei nicht von Leuten kleinen Formats, die durch Zufall zu Bedeutung gekommen sind, ich rede von Leuten, die wirklich in einem bestimmten Gebiete, zum Beispiel als Kaufleute, als Bankiers, als Advokaten Hervorragendes geleistet haben. Sie sind geneigt, die Grundsätze, die für die Verwaltung eines kaufmännischen oder finanziellen Unternehmens wichtig sind, auf unsere Ansiedlung zu übertragen oder diese Ansiedlung in dem Lichte von Gesetzes- und Vertragsparagraphen zu sehen. Dabei übersehen sie, daß in der landwirtschaftlichen Ansiedlung die Menschen viel ivichtiger sind als die Sachgüter. Hätten wir in unserer Bewegung erfahrene Staatsmänner, so wären sie viel eher als die Geschäftsleute und Advokaten imstande gewesen, Richtlinien für unsere Ansiedlung zu geben, weil jeder Staatsmann das menschliche Element in Rechnung zu setzen weiß. Leider hatten wir keine Staatsmänner als Sachverständige. Wir hatten einen Großen in Israel, der ein Bankier und ein Kolonisator war, Baron Edmund de Rothschild; aber nicht der Bankier, sondern der Träumer und Seher in ihm legte den Grund zum Aufbau Palästinas. Ich erinnere mich, daß er noch vor dem Weltkriege mit mir über die Wichtigkeit der Erwerbung des Hulegebietes sprach. Es war nicht seine Schuld, daß die von ihm eingeleiteten Verhandlungen zum Erwerb dieses Gebietes damals ohne Erfolg blieben. DIE ORANGENKULTUR. Ich habe die gemischte Wirtschaft so ausführlich behandelt, weil sie unsere Schöpfung ist. Aber nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den Jischuw steht heute nicht die gemischte Wirtschaft, sondern die Orangen- und Grapefruitkultur an erster Stelle. Ich schätze den