Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 165)
- Language
- German, English, Hebrew
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162 5- Kongreß-Sitzung: Referat über 25 Jahre Palästinaarbeit ullcn unseren Siedlungen Vertrüge ab» und der Ernst und die unzähligen aufreibenden Verhandlungen, in denen die Siedler jeden Paragraphen auf seine Tragbarkeit prüften, sind uns Gewähr dafür, daß die Siedler entschlossen sind, diese Verträge mit dem Keren Hajessod nicht als einen Fetzen Papier zu behandeln, sondern getreulich zu erfüllen. Wir haben geglaubt, daß die Zeit für den definitiven Abschluß der Verträge mit den Siedlern jetzt gekommen ist, nachdem alle unsere Kwuzoth das Wirtschaftsjahr 1933/34 mit Gewinn abgeschlossen ha ben. Der Gewinn schwankt bei den einzelnen Kwuzoth von einigen 100 bis zu einigen 1000 Pfund und erreicht insgesamt den stattlichen Betrag von etwa 25.000 Pfund. Es ist wahr, daß die gegenwärtigen hohen Preise für Milch und andere Produkte wesentlich zu diesen Gewinnen beigetragen haben; manche Kwuzoth haben auch durch Außenarbeit, besonders durch Transport- oder Bauarbeit Geld verdient (insgesamt 5600 Pfund). Andererseits sind aber gewisse Wirt schaftszweige, zum Beispiel Baumpflanzungen, noch nicht zur Ertrags reife gekommen und werden erst in den kommenden Jahren Einkünfte geben. Im laufenden Wirtschaftsjahr 1934/35 dürfen wir mit ziemlicher Sicherheit noch höhere Gewinne als im Vorjahre erwarten. Wenn ich hier nur die Kwuzoth und nicht die Moschwe Owdim er wähne, so hat das seinen Grund darin, daß wir nur für die Kwuzoth eine die ganze Siedlung umfassende, nach einheitlichem Schema geführte und von uns kontrollierte Buchführung besitzen, während die einzelnen Siedler in den Moschwe Owdim nicht solche genauen Wirtschaftsrechnungen führen. Aber die Moschwe Owdim stehen in ihrem Fortschritt nicht hinter den Kwuzoth zurück. Ein Blick auf den Kuhstall, den Geflügelhof, die Pflanzungen, den Gemüsegarten, das tote Inventar der Einzelsicdlcr zeigt, daß sie heute weit mehr besitzen als im Anfang — auch nach Abzug der Schulden, die sie zur Vergrößerung der Wirtschaft aufgenommen haben. Aus den ursprünglichen zwei Kühen sind in der Regel vier bis fünf geworden. Der heutige Lebensstandard der Einzelsiedler, ihre Produktion, ihre Kenntnisse und Erfahrungen sind unvergleichlich höher als vor 10 oder 15 Jahren. Die Form der Moschwe Owdim, in denen individuelle und kooperative Produktion in einer glücklichen und, wie mir scheint, in der ganzen Welt einzigartigen Weise vereinigt sind, hat sich durchaus bewährt. Sowohl die Kwuzoth wie die Moschwe Owdim erfüllen eine notwendige Aufgabe, die Kwuzoth für den auf Gemeinschaftsleben eingestellten oder noch nicht in allen Zweigen der Landwirtschaft erfahrenen, die Moschwe Owdim für den auf sich selbst gestellten Menschen mit umfassender landwirtschaftlicher Erfahrung. GRÜNDUNG EINER ANSIEDLUNGSGESELLSCHAFT. Gleichzeitig mit dem Abschluß der Verträge mit den Siedlern haben wir die Vorbereitungen getroffen zur Gründung einer Ansiedlungsgesellschajt, deren Schjaffung ich seit vielen Jahren fordere. Mein Kollege Eliespr Kaplan wird Ihnen hierüber nähere Angaben machen.