Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 161)
- Language
- German, English, Hebrew
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158 5- Kongreß-Sitzung: Referat über Jahre Palästinaarbnt scher Seite genügte, um gewisse Produkte unserer Siedler unverkäuflich zu machen. Streitigkeiten mit den Nachbarn und die Abwehr von Ueberfällen durch eine besondere Wache verursachten große Kosten. Es scheint heute kaum glaublich, daß wir noch bei der Gründung von Nahalal 1921 nach dem Vorbild der JCA-Kolonien mit dem Bau einer Umfassungsmauer um die ganze Siedlung begannen. Erst nach Beginn des Baues drang die Erkenntnis durch, daß eino große Siedlung nicht durch ihre Mauern, sondern durch ihre Männer beschützt werden soll, und wir unterbrachen den Bau. EINGREIFEN DES KEREN HAJESSOD. Bis zum Jahre 1920 hatten wir in Palästina kein Instrument zur Finanzierung der landwirtschaftlichen Siedlungsarbeit. Der Keren Kajemeth hatte an einigen Stellen Boden erworben, ab^r Leute, die sich mit eigenem Kapital auf diesem Boden ansiedeln wollten, gab es nicht, und den Arbeitern, die bereit waren, sich auf diesem Boden anzusiedeln, fehlte das nötige Kapital. Unter diesen Umständen waren die Böden des K.K.L. in Gefahr, jahrelang unbearbeitet zu bleiben und von der Regierung oder von den Nachbarn okkupiert zu werden. Aus unseren geringen Mitteln konnten wir bis zum Weltkrieg nur fünf Siedlungspujnkte mit etwa 100 Siedlern errichten. Erst durch die Gründung des Keren Hajessod im Jahre 1920 wurde diesem un möglichen Zustande ein Ende gemacht. Erst von diesem Jahre an beginnt eine systematische Ansiedlung auf dem Boden des Nationalfonds mit Mitteln des Keren Hajessod. Der Keren Hajessod kann mit Recht für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, daß er vor 1 > Jahren in einem entscheidenden Momente unserer Geschichte die Siedlungstätigkeit in Fluß gebracht hat und damit — getreu seinem Namen — den Grurid zu der ganzen folgenden Entwicklung gelegt hat. NEUE WIRTSCHAFTSFORM. Wir konnten nicht einfach die Wirtschaftsform des Fellachen nachahmen, die nicht das Existenzminimum eines Kulturmenschen abwirft, sondern mußten uns den Weg zur Schaffung einer unsere Siedler ernährenden neuen Wirtschaftsform Schritt für Schritt erkämpfen. Lang wierige Kreuzungsversuche zwischen verschiedenen einheimischen und auswärtigen Rindviehrassen waren nötig, um eine Rasse hervorzu bringen, welche Widerstandsfähigkeit gegen Klima und Krankheiten mit größter Milchergiebigkeit vereint. Anbauversuche mit den verschiedensten Grünfutterarten, Bau von Silos zur Futteraufbewahrung, langjährige Fütterungsversuche im Stall, lehrten uns die beste und billigste Art der Fütterung der Kühe. Wer heute in einen unserer großen, modern eingerichteten Viehställe blickt, zum Beispiel in Dagania, Ginegar, Gewa, in denen ein jährlicher Durchschnitts-Milchertrag von über 4500 Liter pro Kuh (bei einzelnen Kühen über 8000 Liter) erreicht ist, der ahnt kaum, wieviel Mühe, wissenschaftliche Forschung und praktische Erfahrung zu diesem Resultate notwendig waren. Welch ein Weg von der einheimischen arabischen Kuh mit 700 Liter Milchertrag