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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 157

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 157 (sequence 160)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9201-3485352
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Ruppin 157 auf 350.000 zu schätzen, von denen kaum 10 Prozent von Chalukka oder sonstigen Unterstützungen, dagegen 90 Prozent von ihrer Arbeit leben (Beifall). Sie sehen, daß die Zahl der Juden in der ersten Hälfte unserer Epoche, von 1910 bis 1922, infolge des Weltkrieges fast stationär blieb, daß dagegen in den neun Jahren von 1922 bis 1931 eine Verdoppelung und dann in den vier Jahren 1931 bis 1935 wieder eine Verdoppelung stattfand. Diese Zahlen sprechen für sich selbst und bedürfen keines Kommentars. Wir bilden heute 27 Prozent der Gesamtbevölkerung Palästinas gegenüber 11 Prozent im Jahre 1922. HINDERNISSE DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN ANSIEDLUNG. Ist es gelungen, diesen Juden zu einer gesunden Existenz zu verhelfen? Lassen Sie mich meine Ausführungen hierüber mit demjenigen Teil unserer Arbeit beginnen, der mir immer als der wichtigste erschienen ist und mir immer besonders am Herzen lag, der Landwirtschaft. Sie war und ist für mich nicht nur ein Erwerbszweig wie alle anderen, sondern zugleich der Jungbrunnen, in dem wir unsere körperlichen und seelischen Kräfte erneuern, die nach Jahrhunderten eines städtischen, bodenfernen Lebens einer solchen Erneuerung dringend bedürfen. Der Weg unserer landwirtschaftlichen Kolonisation war ein Leidensweg, und ich weiß nicht, ob es in der Welt irgendein Kolonisationssystem gibt, das von Anfang an mit so vielen Hemmungen belastet war wie unsere Kolonisation. Wir haben seit fast zwei Jahrtausenden keinen Kontakt mehr mit der Landwirtschaft und, müssen uns seelisch erst wieder zu ihr zurückfinden. Bei unseren Siedlern mit ihrer Bildung und geistigen Regsamkeit bestand im Falle des Mißerfolges in der Landwirtschaft nicht die Gefahr des Verhungerns, die Sir John Campbell in dem Bericht der Joint Palestine Survey Commission als einen wichtigen Antrieb in der Kolonisation der asiatischen Griechen bezeichnet. Jeder andere Beruf wäre für unsere Siedler leichter und profitabler gewesen. Boden zur Ansiedlung stand uns nicht oder nur in einem völlig ungeeigneten Zustand zur Verfügung. Wir konnten nur in wenigen Fällen den Boden kaufen, der für uns am besten geeignet war. Wir mußten uns in den meisten Fällen mit dem Boden begnügen, der gerade auf dem Markte war. Dieser Boden war durch jahrhundertelange irrationelle Bewirtschaftung ausgesogen und mußte trotzdem weit über seinen wirtschaftlichen Wert bezahlt werden. Prozesse und Grenzstreitigkeiten verzögerten oft die Besitznahme. Wenn es schließlich gelungen war, die Menschen auf den Boden zu bringen, so machte die Malaria, die auf dem Boden selbst oder in der Nachbarschaft ihren Ursprung hatte, einen hohen Prozentsatz der Siedler zeitweilig arbeitsunfähig. Krankheiten wie Rinderpest, Abortus, Geflügelpest vernichteten an einem Tage, was die Siedler in jahrelanger Mühe aufgebaut hatten. Der palästinensische Binnenmarkt war sehr klein, und ein geringes Ueberangebot von Gemüse, Eiern und Geflügel von arabi-

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