Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 156

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 156 (sequence 159)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9200-3485351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

156 Kongreß-Sitzung: Referat über 2$ Jahre Palästinaarbeit einer Fraktion in kleineren Fragen sich an seinen Vertreter im Präsidium wendet und dieser die Sache innerhalb des Präsidiums vorbringt. Auf diese Weise können derartige Dinge geordnet werden. Wohin aber soll es führen, wenn jede Sache sofort ins Plenum gebracht wird? Damit wird nur Zeit geraubt und nichts erreicht! (Lebhafter Beifall.) Ich erteile nunmehr Herrn Dr. Ruppin das Wort zu seinem Referat. REFERAT ÜBER 25 JAHRE SIEDLUNGSARBEIT IN PALÄSTINA UND IHRE LEHREN. DR. ARTHUR RUPPIN (Mitgl. d. Exek., mit langanhaltendem Beifall begrüßt — spricht deutsch): Im Jahre 1910 führten wir in Palästina einen schweren Kampf um ein Stück Land, einen Kampf» von dem die Außenwelt wenig erfuhr, der aber für unsere Siedlungstätigkeit von höchster Bedeutung werden sollte. Wir erwarben durch die Palestine Land Development Company dank der unermüdlichen Arbeit und Ausdauer von Jehoschua Hankin, gegen den heftigsten Widerstand der lokalen Beamten und unter größten finanziellen Schwierigkeiten, den ersten Boden im Emek Jesreel, das heutige Merchawia. Dieser Kauf, seit dem nun 25 Jahre verflossen sind, leitete eine neue Epoche in unserer Siedlungstätigkeit ein. Nicht nur, daß es das erste Mal war, daß wir direkt aus arabischer Hand einen großen Bodenkomplex kauften, es bedeutete auch den Anfang der Tätigkeit der Zionistischen Organisation in dem Gebiete, das zu unserem zentralen Siedlungsgebiet in Erez Israel geworden ist. Wenn ich im folgenden versuche, einen Rückblick auf unsere Arbeit in dem vergangenen Vierteljahrhundert zu werfen, so kann ich nicht umhin, manches zu wiederholen, was Ihnen vielleicht noch aus meinen Referaten auf früheren Kongressen in Erinnerung ist. Aber es ist ein großer Unterschied, ob man am Beginn eines Bergaufstieges etwas über den Weg sagt, der vor einem liegt, oder ob man darüber spricht, nachdem man den Weg zurückgelegt hat. Im ersten Falle hat man die undankbare und unsichere Aufgabe des Propheten, im zweiten Falle die auf Tatsachen gegründete Aufgabe des rückschaucnden Beobachters. UNSERE ZAHL 1910 UND 1935. Unsere Aufgabe am Beginn der Epoche war, eine möglichst große Zahl von Juden in Palästina wirtschaftlich zu verwurzeln. In türkischer Zeit gab es keine Volkszählungen. Nach den besten Schätzungen waren in Palästina im Jahre igio yo.000 Juden vorhanden, wovon zwei Drittel von Chalukka lebten. Bis zum Weltkriege hatte sich die Zahl auf 85.000 erhöht. Im Weltkriege verminderte sich die Zahl durch Ausweisungen und Seuchen auf 65.000. Bei der ersten Volkszählung im Jahre 1922 wurden 83.000, bei der zweiten Volkszählung im Jahre 1931 175.000 Juden gezählt. Heute, nach einer mehrjährigen Periode wachsender Einwanderung, ist die Zahl der Juden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.