Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 136)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kaplan 133 während sich die Exekutive, deren Aufgaben in den letzten Jahren sehr gewachsen sind, gerade auf die unorganisierte, zersplitterte Oeffentlichkeit stützt. In den meisten Ländern bestehen bestenfalls zionistische Parteien, während es nicht einmal eine zentrale offizielle zionistische Adresse gibt. Unsere nächste Aufgabe heißt also: Aufbau eines organisierten Stützpunktes in allen Ländern, einer einheitlichen, aktiven, lebendigen, schöpferischen Zionistischen Organisation. Wir müssen in den jüdischen Massen eine organisierte Propaganda entfalten, sie für die zionistische Idee und Organisation gewinnen. Der Palästina-Gedanke hat im Volke einen großen Sieg errungen. Es gibt jetzt nur wenige, die offen gegen die Arbeit in Erez Israel aufzutreten wagen. Die Liebe zu Erez Israel ist jetzt das Gefühl von Millionen, Palästina ist im ganzen Volke sehr populär. In dieser Haltung des Volkes liegt ein Segen für den zionistischen Gedanken, liegen viele Möglichkeiten für die zionistische Tätigkeit, wenn wir es nur verstehen, dieses Streben nach Rettung mit dem Gedanken der Erlösung und mit unserem Werke der Errichtung der Heimstätte zu verbinden. Denn es gibt viele, die Erez Israel als ein zweites Amerika anzusehen beginnen, und die Alijah nach Erez Israel ist in Gefahr, sich in eine reine Auswanderungsbewegung zu verwandeln. Viele vertreten die Theorie, daß man zwischen Palästinismus und Zionismus zu unterscheiden habe. Wenn so die Zionistische Organisation es nicht verstehen wird, die Herzen der Menge mit zionistischer Erkenntnis zu durchdringen und ihnen klar zu machen, daß vor uns eine große Aufgabe steht, die Aufgabe des Aufbaues einer Heimat, deren Verwirklichung viele Opfer im Verlaufe von Dutzenden von Jahren fordern wird, dann droht allen unseren Arbeiten im Lande Gefahr. Wir hatten noch keine Periode so großer Möglichkeiten für den zionistischen Gedanken und für die Arbeit der Zionistischen Organisation. Aber um diese Möglichkeiten zu realisieren, bedarf es einer weitgehenden zionistischen Erziehungsarbeit. Es bedarf einer grundsätzlichen Aenderung unserer Einstellung zu den organisatorischen Fragen. Diese organisatorische Tätigkeit ist eng mit unserer Arbeit auf dem Gebiete der Alijah und mit der Tätigkeit der Geldaufbringung verbunden. PROBLEME DER EINWANDERUNG UND DER HACHSCHARAH. Auf dem Gebiete der Einwanderung stehen wir vor völlig neuen Problemen. Trotz des Anwachsens der Alijah in einem Ausmaße, das wir vor zwei Jahren nicht ahnten, müssen wir darauf hinweisen, daß die Arbeiter-Einwanderung nicht in dem Maße zunimmt, das für den Aufbau des Landes erforderlich ist. Zwar ist die Zahl der Zertifikate im abgelaufenen Zeitabschnitte ständig gewachsen und auf 8000 pro Schedule gestiegen, gegenüber früher 5500, aber dieses Wachstum entspricht nicht dem Bedarf an Arbeitern im Lande und im Jischuw. Unsere Forderungen waren sehr viel höher, wurden jedoch k^um zur Hälfte erfüllt. Die Folgen sind schwerwiegend nicht nur für die Diaspora, wo die Zahl derer, die auf Zertifikate warten und sich in unsere Palästinaämter und in die Bewegung drängen, immer größer