Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 132)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kaplan 129 genommen wurde, zeigte demgegenüber, daß auf der statistisch aufgenommenen Fläche von ungefähr 90.000 Dunam Pardeß 6000 jüdische und 7000 arabische Arbeiter beschäftigt waren. Die wirtschaftliche Grundlage, auf der wir unser Heimatland aufbauen, hat sich im Laufe der letzten Jahre also nicht nur nicht erweitert, sondern ist immer enger geworden. Wir bauen einen Hochbau, aber seine Fundamente sind schmal und wenig tief — ein Baum mit dichter Krone, aber schwachen Wurzeln. Die große Alijah, das schnelle Wachstum der Stadt und das Fehlen einer erzieherischen, führenden Kraft haben das Antlitz des Jischmv Sowohl hinsichtlich seiner Lebensweise als auch in kultureller Beziehung verändert. Vor uns stehen mannigfache schwere soziale und kulturelle Probleme. Dieser Zustand hat auch die zahlreichen Gefahren deutlich gemacht, die dem Zionismus und der Fortdauer der großen Alijah drohen, wenn wir ihrer nicht Herr werden. Wir wollen ja große Teile des jüdischen Volkes nach Palästina bringen. Heute ist bereits allen klar geworden, daß das Privatkapital, das nach Palästina strömt und dort Großes schafft, viele Wirtschaftszweige vernachlässigt, bei denen die Investition nicht genügend sicher oder der Gewinn nicht groß ist. Gerade diese Zweige aber haben unschätzbar großen Wert vom Standpunkt der nationalen Wirtschaft, vom Standpunkt unserer Zukunft, und hier ist eine Tätigkeit von staatlich-nationalem U^mfange notwendig, um unsern Bau zu festigen und sein Wachstum zu sichern. Viele glauben, das von der Regierung fordern zu können. UNSERE FORDERUNGEN AN DIE REGIERUNG. Wir haben an die Regierung Palästinas auch Forderungen zu stellen auf verschiedenen Gebieten unseres Lebens. Unser Anteil am Erziebungs- und Sanitätsbudget befindet sich weder in Uebereinstimmung mit unserm Anteil an den Einkünften der Regierung, noch mit dem »zahlenmäßigen Verhältnis des jüdischen Jischuw im Lande. Wir führen seit Jahren einen hartnäckigen Kampf um den uns gebührenden Anteil an den Einkünften der Regierung und an den Regierungsarbeiten, aber nur langsam kommen wir auf diesen Gebieten vorwärts. Wir haben zahlreiche Beschwerden gegen die Regierung auf wirtschaftlichem Gebiete. Die Regierung tut für unsere Landwirtschaft sehr wenig. Beinahe das Einzige, was wir hervorheben können, ist die Unterstützung, welche die Regierung der Landwirtschaftlichen Versuchsstation gewährt. Die ganze Last unserer landwirtschaftlichen Tätigkeit liegt auf unsern Schultern. Selbst die Pflanzungswirtschaft, ein so bedeutsamer Wirtschaftszweig Palästinas, der 80 Prozent des Exportes ausmacht, erhielt von der Regierung in ihrem schweren Kampfe um die Absatzmärkte keine aktive Hilfe, selbst nicht auf dem englischen Markte. Noch stärkere Beschwerden haben wir auf dem Gebiete der Industrie zu erheben. Die jüdische Industrie ernährt heute 20—25 Prozent der ganzen jüdischen Bevölkerung Palästinas und ihre Entwicklung ist 9