Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 131)
- Language
- German, English, Hebrew
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128 j. Kongreß-Sitzung: Wirtschaftsreferat daß aus diesem Aufbau eine neue Diaspora in Erez Israel werde. Ich habe vorhin unsere Erfolge auf dem wirtschaftlichen Gebiete im Lande behandelt. Jetzt muß ich bemerken, daß das Wirtschaftsleben im Lande sich immer mehr in einseitiger Richtimg entwickelt. Die Alijah strömt fast ausschließlich in die Stadt, unser Jischuw verwandelt sich immer mehr in einen städtischen, mit allen Folgen, die sich daran knüpfen. Auch die städtische Wirtschaft selbst entwickelt sich in der Hauptsache einseitig, im Bauwesen und Handel. x STADT UND LAND. — BODEN- UND ARBEITERFRAGE. Dr. Ruppin wird in seinem Vortrage auch diese Frage berühren, und ich kann mich hier mit wenigen Zahlen begnügen. Im Laufe des Jahres 2,934 und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wuchs der jüdische Jischuw Erez Israels um ungefähr 80.000 Personen, wuchs der landwirtschaftliche Besitz im Lande um 90.000 Dunam, wenn man das Huleh-Gebiet nicht in Betracht zieht. Der' Jischuw wuchs also ungefähr um ein Drittel, unser Bodenbesitz jedoch v:ir um 6 bis 8 Prozent. Der Umfang der Bodentransaktionen im Lande war zwar sehr groß; nach den Ziffern des Grundbuchamtes wurden von Juden in diesem Jahre Transaktionen im Betrage von 7 Millionen durchgeführt; aber neuer Boden wurde nur mit einem kleiiun Teil dieses Betrages erworben. Die übrigen Transaktionen waren rur ein Uebergang von einer Hand in die andere, ein zuverlässiger beweis für ein gewaltiges Spekulantentilm, das jedes wertvolle Bodenstück im Lande aufsaugt. Gerade in dieser Periode des Aufschwungs ist der Prozentsatz $er Juden, die in der Landwirtschaft tätig sind, nicht nur nuKt gewachsen, sondern er wird immer kleiner. Man kann die jüdischen Landwirte auf 12 bis 13 Prozent der Zahl der jüdischen Bevölkerung im Lande schätzen. Die landwirtschaftliche Produktion zur 1 0friedigung der Bedürfnisse des jüdischen Jischuw mit Milch, Eietn, Gemüse beträgt schätzungsweise maximal 25 Prozent (in der Milchwirtschaft) und mitunter sinkt sie bis auf 10 Prozent (z. B. beim Gemüsebau). Die Zahl der jüdischen Lohnarbeiter ist vom Sommer 1933 bis zum Sommer 1934 von 40.000 auf 64.000 gestiegen. Unter den 24.000 Arbeitern, die hinzugekommen sind, gingen jedoch mehr uls 8000 ins Baugewerbe, etwa 7500 in die Industrie, 2500 ins Transportwesen, etwa 2000 in Angestelltenberufe, etwa 1000 in die Landwirtschaft, die Lohnarbeiter beschäftigt, und 2800 in andere Wirtschaftszweige. In die landwirtschaftliche Arbeit in den Kolonien sind zwar etwa 3000 Menschen eingetreten, doch gleichzeitig haben fast 2000 Arbeiter die Kolonien verlassen, und die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien ist in dieser Periode nur von 4000 auf 5000 gewachsen, während die Zahl der arabischen Arbeiter in der jüdischen Pflanzungswirtschaft in weit höherem Maße zugenommen hat. Noch vor wenigen Jahren betrug die Zahl der in jüdischen Pflanzungen beschäftigten arabischen Arbeiter nur etwa 2000. Die Zählung, die im März 1935 in der Zeit des Pflügens und Hackens vor-