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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 127

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 127 (sequence 130)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9171-3485322
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Kaplan 127 Pfund jährlich in den guten Jahren. Im Laufe der Jahre wurde das Defizit immer größer, und der Keren Hajessod und die Exekutive der Jewish Agency waren mit einer gewaltigen Schuldenlast beladen. Man schätzte das Defizit des Keren Hajessod beim letzten Kongreß auf mehr als eine halbe Million. Die kolonisatorische Tätigkeit der Exekutive der Agency wurde im Jahre 1928 unterbrochen. Die einzige und wichtigste Aufgabe, die vor den Exekutiven der letzten Jahre stand, war, wie man das Bestehende erhalten und den Bankrott vermeiden könne. Zwischen dem jüdischen Leben im Lande und dem Leben der Zionistischen Organisation bestand eine Kluft. Der Aufbau des Landes war damals in einer Aufwärtsbewegung begriffen, die Zionistische Organisation dagegen in einer Abwärtsbewegung. Viele fanden sich mit diesem Zustand ab, vielen war diese Entwicklung willkommen, sie proklamierten, daß die Zeit des Zionismus beim Aufbau des Landes vorüber sei. Es gab auch Leute, die die politische Autorität der Exekutive der Agency als Repräsentantin des jüdischen Aufbauwerks bestritten. Die ersten Monate der Tätigkeit dieser Exekutive waren auch Tage schwerer politischer Prüfung. Im Oktober 1933 brachen Demonstrationen der Araber gegen die jüdische Einwanderung aus, die ztu schweren Zustammenstößen mit der Polizei führten und Opfer forderten. Damals erschien manchem die jüdische Einwanderung bedroht. Wir fürchteten, daß die bekannte Proklamation vom Mai 1921 wiederkehren werde. Die Exekutive entfaltete damals eine fieberhafte Tätigkeit, um eine Unterbrechung der Einwanderung zu vermeiden. Mit Bedauern muß festgestellt werden, daß die Exekutive auch in diesem ihrem Kampfe nicht in entsprechendem Maße durch alle Teile der Bewegung unterstützt wurde. Es gab Teile der Zionistischen Organisation und bedeutende Verbände in der Bewegung* die in diesen entscheidenden Augenblicken eine Sonderaktion eröffneten, und als die Exekutive den Ruf nach Vereinigung aller Kräfte im Kampf um unser Recht erschallen ließ, stellten diese Kreise Bedingungen und forderten, die Exekutive möge auf ihre Souveränität als Vertreterin des Zionistenkongresses und Bevollmächtigte des ganzen jüdischen Volkes verzichten. Noch größer war die Zahl derer, die die Aufgaben der Exekutive auf dem Gebiete des wirtschaftlichen Aufbaues des Landes bestritten. Viele hofften in ihrer Einfalt, daß die konstante AÜjah und das Privatkapital allein die Verwirklichung des Zionismus mit sich bringen würden. Aber gerade diese beiden Jahre, die Jahre der Prosperität, die Jahre der Massen-Alijah, die Jahre, in denen sich die mächtige Aufnahmefähigkeit des Landes in einem Maße zeigte, wie wir es selbst nicht vermutet hatten, ließen auch die zahlreichen Gefahren deutlich werden, die unserem Werk nicht nur von außen, sondern auch von innen drohten, gerade infolge des Fehlens staatlicher, nationaler Gewalt, die den Aufbau des Landes regelt. Diese Jahre bewiesen uns die Möglichkeit der Verwirklichung des großen Zionismus in unsern Tagen und zeigten zugleich deutlich die gewaltige Gefahr,

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